Autorentipp: Häufige Fehler aus dem Lektorat Teil 1

In dieser Reihe möchte ich euch als neuen Autorentipp häufige Fehler vorstellen, die ich im Lektorat immer wieder finde und die häufig Diskussion in Schreib- und Lektoratsgruppen sind.

1. Am Ende das Komma beim eingeschobenen Nebensatz vergessen
Nebensätze werden immer von Kommas eingefasst. Das heißt, wenn man einen Nebensatz in einen Hauptsatz einschiebt, muss davor und danach ein Komma gesetzt werden - auch wenn ein UND folgt, sofern sich das UND nicht auf den Nebensatz bezieht.
Beispiel:
Sie packte den Bikini, den sie sich gerade gekauft hatte, und ein Handtuch ein.
Hauptsatz = Sie packte den Bikini und ein Handtuch ein.
Nebensatz = den sie sich gerade gekauft hatte
Wenn man es umstellt, wird es vielleicht deutlicher: Sie packte ein Handtuch und den Bikini ein, den sie sich gerade gekauft hatte.
Also: ACHTUNG beim UND und überlegen, ob sich das UND auf den Hauptsatz oder noch auf den Nebensatz bezieht.

(Was ein Hauptsatz und ein Nebensatz ist, muss ich hoffentlich nicht erklären, dennoch hier zum Nachlesen: https://easy-deutsch.de/satzbau/unterschied-hs-und-ns/)


2. Nominativ - Genitiv - Dativ - Akkusativ
4. Fälle für das Nomen
Beim Nominativ fragte man WER oder WAS?
Das ist relativ einfach und muss, denke ich, nicht näher erläutert werden.
Schwierig wird es dann bei den anderen Fällen:
Genitiv auch WESSEN-Fall genannt. 
Es ist das Haus des Mannes. ->WESSEN Haus ist das? DES MannES
Der Genitiv dient dazu, Besitzverhältnisse und Zugehörigkeiten zu zeigen. Dies wird aber auch häufig durch die Präposition „von“ und einem Nomen im Dativ ausgedrückt. Der Dativ und der Akkusativ werden benutzt, um das Objekt im Satz zu kennzeichnen, also den Teil des Satzes mit dem etwas geschieht. 
Der Dativ bezeichnet hierbei fast immer eine Person. Die Frage, mit der nach dem Dativ gefragt wird, lautet dem entsprechend „wem“? 
Dativ = WEMfall
Früher gab es immer Eselsbrücken, die heute offenbar verloren gegangen sind. Den Dativ als WEMfall zu bezeichnen, macht es vielleicht leichter, es sich zu merken. Wenn man in einem Satz nach WEM fragen kann, muss der Dativ angewandt werden.
Beispiel: Sie gibt jemandem/dem Mann Auskunft.
-> WEM gibt sie Auskunft? = Jemandem/dem Mann
Das Fahrrad gehört dem Mann.
-> WEM gehört das Fahrrad? = DEM Mann

90% von allen deutschen Verben brauchen ein Objekt im Akkusativ! Die Akkusativ-Frage ist „wen?“ oder „was?“.  

Sie suchen einen Parkplatz. -> WEN/WAS suchen sie? EINEN Parkplatz (nicht ein Parkplatz)

Wer mag den nominativ,
Wen frage ich um Akku,  (Akkusativ)
Wem schenke ich den Dativ,
Wessen Sohn ist ein Geni(e)?  (Genitiv)
Ebenfalls hilfreich sind Signalwörter nach denen immer ein bestimmter Fall kommt.
Für den Dativ: „Mit, nach, von, seit, aus, zu, bei verlangen stets Fall Nummer drei. Eine hilfreiche Seite will ich euch noch an die Hand geben: 
https://www.kapiert.de/deutsch/klasse-5-6/sprache-untersuchen/wortarten/nomen-die-vier-faelle-unterscheiden/  

3. Mir/mich
Manchmal bin ich geschockt davon, dass Autoren die einfachsten Regeln der deutschen Grammatik nicht beherrschen. Mir und mich gehören dazu. Bei den Wörtern handelt es sich um Reflexivpronomen. Es verweist also auf das Subjekt zurück - es reflektiert das Subjekt, deshalb spricht man von "reflexiv".
Reflexivpronomen können nur im Dativ oder Akkusativ vorkommen.
Deshalb kann man auch hier die Fragen stellen:
WEM hat er das Buch gegeben? -> MIR
WEN hat der Hund gebissen? -> MICH


Demnächst folgt der zweite Teil, also bleibt dran.



Hier geht es zu Teil 2 mit noch mehr häufigen Fehlern.



Brauchst Du Hilfe bei Deinem Text? Dann melde Dich. Ich biete neben meinem Lektoratsservice auch Korrektorat und Unterstützung beim Schreiben an.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Goodie-Wahn. Muss das sein?

3 Dinge, die Du bei Bloggeranfragen berücksichtigen solltest

Autorentipp: Normseite einrichten