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Warum Du als AutorIn auf korrekte Schreibweise achten solltest - auch im Social Media

Als Person des öffentlichen Lebens wird man stets kritisch beäugt. AutorInnen sind davon nicht ausgenommen. Es sind ja nicht nur LeserInnen, die Deine Social-Media-Beiträge lesen, sondern auch KollegInnen und Neider. 
Deshalb sollte man generell, als AutorIn im besonderen, darauf achten, was man in den sozialen Medien von sich gibt - und wie. Das macht es besonders wichtig, auf korrekte Schreibweise zu achten. Denn das Internet vergisst nie.

Auch beim Autorensonntag von Justine the Reading Mermaid haben wir uns dieses Thema gerade vorgenommen: Verantwortung als AutorIn.


Als AutorIn arbeiten wir mit Sprache. Mit Worten, die Bilder erzeugen, ein Gefühl vermitteln, verzaubern, entführen oder sogar nachdenklich stimmen. Das geschriebene Wort ist unser Sprachrohr. 
Deshalb ist es unbedingt nötig und unabdingbar, dieses "geschriebene Wort" verständlich und korrekt anzuwenden. Sprich: möglichst fehlerfrei zu schreiben. AUCH bei Social-Media-Posts, oder gerade bei diesen! Denn auch die sind unser Aushängeschild. Das, was potenzielle Leser, Kollegen, Verlagsleute und Neider von uns sehen. 

Mit diesen Posts wollen wir uns präsentieren, Vertrauen erwecken, das möglichst irgendwann entweder zu einer Empfehlung oder zu einem Buchkauf führt. 

Ein fehlerhafter Beitrag eines Autors/einer Autorin sorgt leider nicht dafür, dass ich Vertrauen in seine oder ihre Schreibkunst habe. Im Gegenteil. Da drängt sich mir direkt der Gedanke auf "Wenn er/sie diesen kurzen Abschnitt schon nicht fehlerfrei schreiben kann, wie sieht es dann mit einem ganzen Buch aus?"
Mit fehlerfrei meine ich, dass man sich zumindest bemüht, Fehler zu vermeiden. Natürlich kann einem immer etwas durchrutschen, aber man sieht, wenn sich der Verfasser Mühe gemacht hat - und vor allem wenn nicht. 

Jetzt kommen bestimmt diverse "Gegenargumente" à la: Aber ich habe eine Rechtschreibschwäche. Aber es ist doch nur Social Media. Aber ich bin betriebsblind und finde meine eigenen Fehler nie. Aber ich hab´s nicht so mit der Kommasetzung. Aber, aber, aber ...

Zu allem kann ich als Leserin vor allem eins sagen: Nicht mein Problem!

Klingt jetzt fies, aber (da war es wieder, dieses Wort) Du bist AutorIn und möchtest, dass ich Dein Buch kaufe. Überzeuge mich! Überzeuge mich davon, dass Du Dein Handwerk beherrschst und ernst nimmst - auch oder gerade im Bereich Social Media, wo die Texte doch sehr kurz und übersichtlich sind.

Als weiteres Argument gegen die wackligen "Aber-Argumente": Lerne Dein Handwerk! Wortschatz, Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind Dein Handwerkszeug. Pflege es, sprich: Verinnerliche Kommaregeln und (geänderte) Rechtschreibregeln und mach Dir zur Not Spickzettel für immer wiederkehrende Fehler. Beschäftige Dich mit Satzaufbau und mit Groß- und Kleinschreibung. Wenn Du nicht weißt, wie man Kommata setzt, dann schlag die Regeln nach. Es gibt etliche Seiten, auf denen die Kommaregeln ganz einfach erklärt sind. Und wenn Du da nicht fündig wirst, dann formuliere den Satz um, sodass Du kein Komma brauchst. Es gibt etliche Tricks, nutze sie auch! 
Wenn Du unter eine Rechtschreibschwäche leidest, dann hole Dir Hilfe. Zeige, dass Dir Deine Arbeit etwas wert ist. Dass Du sie ernst nimmst. Nur dann wirst auch Du ernst genommen.
Du wirst sicherlich keinen Tischler engagieren, der mit einer verrosteten Säge und einem abgebrochenen Zollstock daherkommt und Holz nicht von Pappe unterscheiden kann.

Kontrolliere Deinen Text und schlage bei Unsicherheiten im Duden nach. Das geht ganz bequem online. Die "Rechtschreibprüfung" Deines Smartphones ist leider kein Indikator für korrekte Schreibweise. Standardwerk ist und bleibt der Duden. Was da steht, ist Gesetz, ob uns das nun gefällt oder nicht. In Zweifelsfällen, wovon es ja leider viele gibt, weiche ich als Lektorin auf www.korrekturen.de aus. Da sind die gängigen Schreibweisen orange markiert.

Flüchtigkeitsfehler entstehen vor allem, wenn man den Text nicht gründlich durchgeht, sondern einfach runtertippt, nicht auf das automatische Vervollständigen des Smartphones achtet und dann rausschickt. Diese Flüchtigkeitsfehler wirst Du meistens selbst finden, wenn Du den Text nochmal in Ruhe überarbeitest. 
Fehler suggerieren leider das Bild, als würdest Du die Deutsche Rechtschreibung nicht beherrschen. Und das willst Du nicht.

Aber mein Buch wird ja noch lektoriert und korrigiert.
Ja, im besten Fall schon. Doch das weiß ich als potenzielle Käuferin nicht, wenn ich Deinen Social-Media-Beitrag lese. Ich hoffe es, aber bin ich als Leserin bereit, das Risiko einzugehen - wo es doch so unfassbar viele Titel gibt, die auch alle total toll klingen? 

Ich hoffe, Du verstehst, worauf ich hinauswill. Ja, es ist Kritik an zu schnell und zu unsauber verfassten Beiträgen in den Sozialen Medien. Und, ja, es ist vor allem Kritik an einer Gesellschaft, die die Kunst des Schreibens zugunsten von Emojis, Abkürzungen und schlichtweg Bequemlichkeit verlernt hat. Ich stehe dazu, dass ich ein Verfechter der Deutschen Sprache bin - ob gesprochen oder geschrieben - und finde, alle AutorInnen, die Bücher veröffentlichen, die möglicherweise sogar der Nachwelt erhalten bleiben, sollten sich dieser Verantwortung bewusst werden.

Ein hilfreicher Link: DER DUDEN
In Zweifelsfällen hilft Korrekturen.de
Weitere hilfreiche Links sind Seiten für Schüler, google die am besten je nach Bedarf.

Über die Sorgfalt bei Verlagseinsendungen und Warum auch Du Deine Texte gründlich überarbeiten solltest hatte ich schon gesprochen. Das rufe ich in diesem Zuge gern nochmal in Erinnerung.

Vielleicht willst Du Dir die Arbeit sparen und Deine Texte oder Social-Media-Beiträge einfach ins Korrektorat geben? Auch damit kann ich dienen: Service für Autoren und Verlage


Deine Sandra

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