Direkt zum Hauptbereich

Autorentipp: Wie Du es schaffst, Deinen Roman auch zu beenden


"Aller Anfang ist schwer", passt nicht ganz auf das Romanschreiben. Denn hier ist für viele die Schwierigkeit, den Roman auch zu beenden. Wie Du es schaffst, zum Ende zu kommen, Dich beim Schreiben nicht zu verzetteln, dafür gebe ich Dir heute ein paar Tipps.

Tipp 1
Plotten
Schreibblockaden, Hänger und Verzetteleien lassen sich gut vermeiden, indem Du Deine Geschichte vorweg mit allen Wendungen und Entwicklungen plottest. Wie detailliert Du dabei vorgehst, bleibt im Grunde Dir überlassen. Ich habe mir angewohnt, nach einem groben Plot einen sehr detaillierten Plot Kapitel für Kapitel auszuarbeiten inklusive aller Recherchen. Das hat den Vorteil, dass ich alle Infos für das kommende Kapitel auf einem Blick habe und mich sofort ans Schreiben machen kann, wenn sich mal spontan ein Zeitfenster auftut. Tipps zum Plotten gibt es übrigens HIER.

Tipp 2
Beim Plot bleiben
Viele Autoren wollen sich nicht von einem Plot einschränken lassen. Sie brauchen die Freiheit, ihre Figuren "selbst entscheiden" lassen zu können, was als Nächstes passiert. Wenn man keine Deadline oder den Anspruch hat, die Geschichte jemals zu beenden, kann man das so machen. Ansonsten empfehle ich, beim Plot zu bleiben, denn im Plot hat man alle Details so ausgearbeitet, dass sie schön ineinander greifen. Kleine "Ausflüge" der eigenwilligen Protagonisten sind natürlich immer noch möglich, aber nicht, wenn sie etwas Grundlegendes an der Geschichte verändern/einen neuen Aspekt einbringen/etc pp - denn dann funktioniert unter Umständen der restliche Plot nicht mehr und man kann wieder von vorn anfangen.

Tipp 3
Feste Ziele setzen
Zum Beispiel: 1.000 Wörter täglich.
Oftmals hat man das Gefühl, einfach nicht fertig zu werden. Vor allem, weil man vielleicht immer wieder Schreibpausen einlegt, sei es nun bewusst oder ungewollt, weil einen der Alltag einholt. Hier hilft der Tipp, der auch überall im Netz kursiert, nämlich: kontinuierlich schreiben. Das kann jeden Tag sein oder eben an festen Tagen. Um das zu erreichen, hilft es, sich ein erreichbares Ziel zu setzen, das schriftlich festzuhalten und sich zum Beispiel als Post-It an den Monitor zu kleben. Wie zum Beispiel: täglich 1.000 Wörter. Den Erfolg dokumentiere ich dann sogar in einer Exceltabelle. Als Ansporn, aber auch zur Kontrolle, ob ich mein Ziel erreicht habe.

Tipp 4
Bei einem einzigen Projekt bleiben
Multitasking ist super und in vielen Bereichen eine Hilfe. Nicht so beim Schreiben. Hier solltest Du Dich auf eine einzige Geschichte konzentrieren, ihr all Deine Gedanken und Deine ganze Muse schenken und angedeihen lassen. Wenn Dir zwischendurch neue Ideen kommen, notiere sie für später, verfolge sie aber nicht weiter. Es ist schwer, sich auf zwei oder mehr Geschichten gleichzeitig einzulassen und ihnen dann auch beiden gleichermaßen gerecht zu werden. Hier ist die Gefahr sehr groß, sich zu verzetteln. Deshalb, im Sinne von "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt", beende erst das laufende Projekt und widme Dich dann voll und ganz dem neuen.

Tipp 5
Genaue Planung
Das ist vielleicht eher etwas für Fortgeschrittene. Finde heraus, wie lange Du erfahrungsgemäß für als Beispiel 10.000 Wörter brauchst. Dann überlege Dir, was Du mit dem aktuellen Projekt anstellen möchtest, und wann. Entwerfe einen realistischen Zeitplan und halte ihn schriftlich fest, um ihn zu visualisieren.
Als Beispiel:
Im März 2020 findet die Leipziger Buchmesse statt, zu der ich den letzten Band meiner Seelenspringerin mitnehmen möchte. Damit das klappt, müsste ich im Februar den Druckauftrag geben, denn die Druckereien sind um die Zeit herum immer gut ausgelastet, deshalb lieber früher. Für den Buchsatz brauche ich dann auch meist einen Monat, weil ich die Arbeit nicht so gerne mag und sie sich deshalb zieht. Also müsste ich Mitte Januar 2020 mit Lektorat/Korrektorat und allen Korrekturen durch sein. Für das Lektorat inklusive Korrekturen plane ich 2 Monate ein, da ich meine Lektorin ja auch nicht stressen will. Für meine Testleser einen Monat, für meine Korrekturen ihrer Anmerkungen 2 Wochen. Also müsste ich im September mit dem Schreiben und Überarbeiten fertig werden.
Der Umfang jedes Bandes beträgt etwa 90.000 Wörter. Ende Juni hatte ich bereits knapp 40.000 geschrieben. Bleiben noch 50.000, verteilt auf 2 Monate = 25.000. Also bummelig 900 Wörter pro Tag. Da ich nicht jeden Tag zum Schreiben komme, sondern maximal an drei Tagen in der Woche, heißt das, dass ich pro Sitzung 2.500 Wörter schreiben muss, wenn ich meine Seelenspringerin im März 2020 mit nach Leipzig nehmen möchte.
Das wäre dann mein Schreibziel (siehe Punkt 3).

Vielleicht helfen Dir diese Tipps oder Du hast sogar noch weitere? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar.

Gutes Gelingen wünscht
Sandra Florean


Brauchst Du Hilfe bei Deinem Text? Dann melde Dich. Ich biete neben meinem Lektoratsservice auch Korrektorat und Unterstützung beim Schreiben an.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Autorentipp: Normseite einrichten

Über die mangelnde Sorgfalt bei Verlagseinsendungen hatte ich ja bereits im Rahmen meiner Autorentipps berichtet (hier geht's zum Artikel). Heute widme ich mich aus dem Anlass dem Einrichten der Normseite.


Was ist eine Normseite?
Frei nach Wikipedia: Die Normseite ist eine Hilfsgröße, damit im Vorwege der Gesamtumfang abgeschätzt werden kann. 
Wie ihr wisst, ist eine Buchseite nicht gleich einer DIN A 4 Seite. Um dennoch in etwa abschätzen zu können, wie viele Buchseiten das fertige Buch nachher hat, hat man sich die Normseite ausgedacht. 

Muss ich mich daran halten?
JA!

Auch wenn es "nur" um eine Ebook-Veröffentlichung geht?
JA!

Auch bei Anthologieausschreibungen und Schreibwettbewerben?
JA!

Generell gilt: die Vorgaben auf der Verlagsseite beachten - ohne Wenn und Aber!

Wie richte ich die Normseite ein?
Grundsätzlich gilt: (ca.) 30 Zeilen à 60 Anschläge.

Da es jedoch mühsam ist, alles durchzuzählen, kann man in den meisten Schreibprogrammen das Layout entsprechend einstellen. Wenn D…

Schreibtipp: Plotten leicht gemacht

Sobald man sich als Schreiberling näher mit dem Schreiben beschäftigt, stößt man unweigerlich auf den Begriff "Plotten". 
Was ist das eigentlich und wie mach ich das?



Den Fragen möchte ich bei meinen heutigen Schreibtipp "Plotten leicht gemacht" auf den Grund gehen.

Der Plot ist eine erste Zusammenfassung Deiner Geschichte mit allen Höhe- und Tiefpunkten. Manche gehen da ganz detailliert Kapitel für Kapitel vor, arbeiten vorgestellte Charaktere aus und pflegen viel Hintergrundwissen ein. Andere skizzieren stichpunktartig die größten Ereignisse und Highlights. Manche halten sich beim Schreiben strikt daran, andere brauchen ihren Freiraum.
Vorteil ist unbestritten, dass man schon vor dem eigentlichen Schreiben Logikfehler und lose Enden erkennen und ausmerzen kann. Nachteil ist vermutlich die Ungeduld, denn Plotten kostet Zeit. 
Kai Meyer erzählte auf einer Lesung mal, dass er bis zu drei Monate plottet, ehe er anfängt, die Geschichte zu schreiben. Viele Jungautoren bring…

So veröffentlichst Du Dein Buch

Du hast Dein Buch fertig, willst es selbst veröffentlichen und fragst Dich nun, wie es weitergehen soll? Hier kommt die praktische Checkliste für Dein Projekt.

Bevor es allerdings an die Veröffentlichungs-Plattformen geht, solltest Du Deinen Text selbst mehrfach überarbeiten (warum das so wichtig ist, erzähle ich hier: Warum auch Du Deine Texte gründlich überarbeiten solltest).
Dann solltest Du Dir 3-5 Testleser suchen, die möglichst außerhalb Deiner Familie oder Freundeskreis liegen, um ein ehrliches und kein gefälliges Feedback zu bekommen. Das soll nicht heißen, dass Deine Freunde oder Familie nicht ehrlich zu Dir wären, aber jemand Fremdes hat da weniger Hemmungen, auch wirklich Kritik zu üben.
Anschließend solltest Du Dir eine Lektorin suchen, der Deinen Text fachmännisch auf Herz und Nieren prüft. Das ist unerlässlich, auch wenn es ein großer finanzieller Faktor ist.  Doch willst Du mit Deinem Text in der breiten Masse bestehen, muss er Hand und Fuß haben und möglichst fehlerfrei s…