Direkt zum Hauptbereich

Autorentipp: Umgang mit Absagen

Absagen, ein Thema, dem sich schon Justine und diverse andere KollegInnen angenommen haben. Auch ich bekomme sie. Und auch mich ziehen sie regelmäßig runter. Ich weiß, das kommt vor und davon darf man sich nicht bremsen lassen. Aber dennoch tut es weh, nicht wahr?
Absagen öffnen Türen für die Zweifel, die in jedem Kreativen stecken, sobald sie/er mit ihrer/seiner Arbeit an die Öffentlichkeit geht, und nur darauf warten, sich als riesige schwarze Ungeheuer zu erheben und alles zu verschlingen, was uns lieb und teuer ist.
Schreibe ich gut genug? Ist meine Idee gut genug?
Bin ich gut genug?
Ätzend, diese Zweifel, das kann ich euch sagen. Und es ist verdammt schwer, sich davon nicht runterziehen zu lassen. Mehr als einmal war ich kurz davor, alles hinzuwerfen von wegen "Das macht ja sowieso alles keinen Sinn".
Aber, wie ihr seht, bin ich immer noch da.
Das Leben ist gepflastert mit fiesen, spitzen Stolpersteinen. Ich krieg übrigens immer die besonders fiesen.
"Einfach weitermachen" kommt dann häufig als Tipp. Und das stimmt: Weitermachen ist das Geheimrezept, aber es ist nicht einfach.
Dennoch, auch jetzt habe ich wieder eine Absage zu verkraften und weiß, dass ich ein paar Tage brauchen werde, bis ich sie überwunden habe. Die paar Tage nehme ich mir bewusst, um mich in meinem Selbstmitleid zu suhlen, die Welt zu hassen (vor allem die Verlagswelt, elende Bande, haben doch eh keine Ahnung ...) und mir achtunddrölfzig Gründe auszudenken, warum ich eine Absage bekommen habe (denn in den seltensten Fällen erfolgt die ja mit einer Begründung).
Aber dann ist auch gut.
Ich kann schreiben. Die Leute mögen meine Bücher. Nur eben diese ein, zwei, drei, vier ... Verlagsleute nicht. Tja. Ist kacke, aber kann ich nicht ändern.
Ich kann's nur besser machen. Also her mit dem Projekt und nochmal alles aufpolieren oder ein anderes in Angriff nehmen. Hauptsache weitermachen!
Bei all den Steinen, die ich in meinem Leben schon gemeistert habe (und die da noch kommen werden, da bin ich mir sicher), hab ich eins gelernt: Man muss weitermachen, denn genau das ist das Leben. Loslaufen, hinfallen, aufstehen, weiterlaufen. Schelle kriegen, wütend sein, aufgeben wollen, Mut der Verzweiflung zusammenkratzen, aufstehen, Mittelfinger zeigen, weitermachen.
Ein ewiger Kreislauf, auch wenn es mir nicht gefällt. Keine Ahnung, ob ich am Ende gestärkt/weiser oder was auch immer daraus hervorkommen werde, aber ich kann zumindest von mir behaupten: Ich hab es versucht. Ich hab alles
gegeben, jederzeit!

Diese Kraft wünsche ich allen, die eine Absage zu verkraften haben.

Brauchst Du Hilfe bei Deinem Text? Dann melde Dich. Ich biete neben meinem Lektoratsservice auch Korrektorat und Unterstützung beim Schreiben an.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Autorentipp: Normseite einrichten

Über die mangelnde Sorgfalt bei Verlagseinsendungen hatte ich ja bereits im Rahmen meiner Autorentipps berichtet (hier geht's zum Artikel). Heute widme ich mich aus dem Anlass dem Einrichten der Normseite.


Was ist eine Normseite?
Frei nach Wikipedia: Die Normseite ist eine Hilfsgröße, damit im Vorwege der Gesamtumfang abgeschätzt werden kann. 
Wie ihr wisst, ist eine Buchseite nicht gleich einer DIN A 4 Seite. Um dennoch in etwa abschätzen zu können, wie viele Buchseiten das fertige Buch nachher hat, hat man sich die Normseite ausgedacht. 

Muss ich mich daran halten?
JA!

Auch wenn es "nur" um eine Ebook-Veröffentlichung geht?
JA!

Auch bei Anthologieausschreibungen und Schreibwettbewerben?
JA!

Generell gilt: die Vorgaben auf der Verlagsseite beachten - ohne Wenn und Aber!

Wie richte ich die Normseite ein?
Grundsätzlich gilt: (ca.) 30 Zeilen à 60 Anschläge.

Da es jedoch mühsam ist, alles durchzuzählen, kann man in den meisten Schreibprogrammen das Layout entsprechend einstellen. Wenn D…

Schreibtipp: Plotten leicht gemacht

Sobald man sich als Schreiberling näher mit dem Schreiben beschäftigt, stößt man unweigerlich auf den Begriff "Plotten". 
Was ist das eigentlich und wie mach ich das?



Den Fragen möchte ich bei meinen heutigen Schreibtipp "Plotten leicht gemacht" auf den Grund gehen.

Der Plot ist eine erste Zusammenfassung Deiner Geschichte mit allen Höhe- und Tiefpunkten. Manche gehen da ganz detailliert Kapitel für Kapitel vor, arbeiten vorgestellte Charaktere aus und pflegen viel Hintergrundwissen ein. Andere skizzieren stichpunktartig die größten Ereignisse und Highlights. Manche halten sich beim Schreiben strikt daran, andere brauchen ihren Freiraum.
Vorteil ist unbestritten, dass man schon vor dem eigentlichen Schreiben Logikfehler und lose Enden erkennen und ausmerzen kann. Nachteil ist vermutlich die Ungeduld, denn Plotten kostet Zeit. 
Kai Meyer erzählte auf einer Lesung mal, dass er bis zu drei Monate plottet, ehe er anfängt, die Geschichte zu schreiben. Viele Jungautoren bring…

So veröffentlichst Du Dein Buch

Du hast Dein Buch fertig, willst es selbst veröffentlichen und fragst Dich nun, wie es weitergehen soll? Hier kommt die praktische Checkliste für Dein Projekt.

Bevor es allerdings an die Veröffentlichungs-Plattformen geht, solltest Du Deinen Text selbst mehrfach überarbeiten (warum das so wichtig ist, erzähle ich hier: Warum auch Du Deine Texte gründlich überarbeiten solltest).
Dann solltest Du Dir 3-5 Testleser suchen, die möglichst außerhalb Deiner Familie oder Freundeskreis liegen, um ein ehrliches und kein gefälliges Feedback zu bekommen. Das soll nicht heißen, dass Deine Freunde oder Familie nicht ehrlich zu Dir wären, aber jemand Fremdes hat da weniger Hemmungen, auch wirklich Kritik zu üben.
Anschließend solltest Du Dir eine Lektorin suchen, der Deinen Text fachmännisch auf Herz und Nieren prüft. Das ist unerlässlich, auch wenn es ein großer finanzieller Faktor ist.  Doch willst Du mit Deinem Text in der breiten Masse bestehen, muss er Hand und Fuß haben und möglichst fehlerfrei s…