Rückblick auf 2017

Normalerweise halte ich es wie Albert Einstein: 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, 
denn in ihr gedenke ich zu leben. 

Deshalb schreibe ich selten einen Jahresrückblick. Von dieser Angewohnheit will ich heute einmal abweichen. 

Wenn ich als Autorin auf 2017 zurückblicke, sehe ich zwei eigene Veröffentlichungen, eine als Herausgeberin und eine Teilnahme in einer Anthologie. Gerade die Herausgeberschaft war neu für mich und aufregend und hat unglaublich viel Spaß gemacht, weil ich dadurch so viele tolle Kolleginnen und Kollegen kennen gelernt habe. Und nicht zuletzt, weil unsere "U-Files" einschlugen wie Bombe - oder wie ein tretwütiges Einhorn, sucht es euch aus.
Auch "Das Erbe des Hüters" erstürmte gleich in den ersten Tagen die TOP10 der Vampircharts auf amazon und hielt sich lange Monate in den TOP50 und TOP100. 
Die Abenteuer von Tess und Fin in "Die Seelenspringerin - Machtspiele" fanden ebenfalls viele begeisterte Leserinnen und Leser, die nicht nur tolle Rezensionen, sondern mir auch ganz viele liebe Briefe geschrieben haben.


Dennoch war 2017 für mich vor allem das Jahr der Zweifel. Nicht nur, was meine Autorentätigkeit angeht, sondern auch privat.
Die meisten kennen mich als aktive, tatkräftige und begeisterungsfähige Person. Ich packe gern Dinge an, bringe Menschen zusammen und habe Spaß daran, überall dabei zu sein und immer wieder neue Wege zu gehen. Das klappte bisher neben Brotjob und Familie gut, weil ich gerade in der Familie die beste Unterstützung habe, die man sich wünschen kann. Wenn es jedoch in einem oder gleich mehreren Lebensbereichen "nicht rund läuft", belastet mich das sehr - und kostet mich vor allem Kraft, die mir dann an anderer Stelle fehlt. 
2017 kam ich deshalb körperlich und seelisch an Grenzen, die meiner Meinung nach vorher nicht dagewesen waren.

Während ich damit beschäftigt war, meinen Körper und meine Seele zu heilen, hatte ich (viel zu viel) Zeit zum Nachdenken. Wie immer habe ich diese freie Zeit auch zum Schreiben genutzt, deshalb könnt ihr euch auf mindestens zwei Neuerscheinungen in 2018 freuen. 

Aber auch die "anderen" Gedanken kämpften sich hartnäckig an die Oberfläche meines Genesungsalltags. Gedanken wie "Will ich das alles noch?", "Bin ich noch auf dem richtigen Weg?",  "Wird es vielleicht Zeit für grundlegende Veränderungen?", "Tut mir dieser oder jener Mensch gut - oder kostet sie oder er mich nur Kraft und Nerven?".
"Will überhaupt noch jemand lesen, was ich zu erzählen habe?", "Ist es gut genug, was ich schreibe?", "Das sind doch alles Luftschlösser und haben nichts mit dem echten Leben zu tun" usw. usf. 
Viele kennen diese zweiflerischen Grübeleien sicherlich auch, die sich wie von selbst einschleichen und - einmal da - nicht so schnell wieder verschwinden.
Ich für gewöhnlich nicht. Ich packe nur Dinge an, von denen ich überzeugt bin - und ziehe sie dann auch durch. Doch in 2017 war auch da der Wurm drin und höhlte meine Leidenschaft und Begeisterung langsam, aber unaufhaltsam aus, erstickte mein "Brennen", bis kaum mehr als ein zartes Flämmchen übrig blieb.

Nicht nur deshalb habe ich ab etwa Mitte des Jahres ein paar Gänge herunterschalten müssen und Entscheidungen und eingeschlagene Wege infrage gestellt. Ein Teil der schriftstellerischen Seite habt ihr ja mitbekommen in "Schreiben, was ich will, oder was der Masse gefällt". Ich habe Veranstaltungen abgesagt und mich bewusst auf mich und mein Privatleben konzentriert. Ich habe viele Dinge hinterfragt, neue Wege und Möglichkeiten durchdacht - ohne wirklich zu einem Entschluss gekommen zu sein. Aber manche Entscheidungen lassen sich weder erzwingen, noch sollte man sie übers Knie brechen.

Nun ist der letzte Tag von 2017 angebrochen und zum ersten Mal bin ich froh, dass dieses Jahr vorbei geht - obwohl ich weiß, dass das neue mit den alten Baustellen beginnt. Ich starte 2018 also mit einem Gefühlsmix aus dankbarer Erleichterung und zweckgebundenem Optimismus bis hin zu einer leicht irren Zuversicht, dass das Schlimmste zwar noch nicht überstanden ist, sich die Uhr aber dennoch unaufhörlich weiterdreht. 

In diesem Sinne mal kein Zitat des geschätzten Mark Twain, sondern dieses hier:

Ich kann freilich nicht sagen, 
ob es besser werden wird, wenn es anders wird; 
aber so viel kann ich sagen: 
es muss anders werden, wenn es gut werden soll. 
(Georg Christoph Lichtenberg)

Kommt gut ins Neue Jahr, bleibt euch treu, hört auf euren Bauch, auch wenn der Kopf - oder die Gesellschaft - euch in eine andere Richtungen lenken will. 
Ich danke allen, die mich in 2017 so tatkräftig unterstützt haben, meine Bücher lasen, darüber berichteten und immer wieder zeigten, mir Denkanstöße gaben, den Rücken stärkten, mich zum Lachen und zum Nachdenken brachten.

Auf dass alle zarten Flämmchen in 2018 wieder lichterloh brennen werden!

Eure Sandra

Kommentare

  1. Cornelia Zurawczak31. Dezember 2017 um 12:14

    Liebe Sandra, natürlich fiel auf, dass du nicht mehr so präsent bist. Eine Pause zum Nachdenken, zum Überprüfen des Weges ist so wichtig. Manchmal wird sie vom Körper erzwungen. Ich wünsche dir weiter gute Besserung und Gedanken, die nach vorne ausgerichtet sind. Ich freue mich auf schöne Begegnungen im Jahr 2018!

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    1. Liebe Cornelia,

      ganz herzlichen Dank für die lieben Worte. Das wünsche ich Dir und Deiner Familie auch. Macht unbedingt weiter, was ihr 2017 begonnen habt. Ihr seid so liebe Menschen und definitiv auf dem richtigen Weg!
      Liebe Grüße
      Sandra

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  2. Liebe Sandra,
    solche Zweifel hat jeder mal, das stimmt. Und nicht immer findet sich die Antwort einfach und schnell, das weiß ich selbst zu gut. Ich drücke die Daumen, dass du Entscheidungen triffst, die dich zufriedener, glücklicher machen, egal was andere sagen. :) Weiterhin gute Besserung und komm gut in 2018 an. :3
    LG Alica

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