Es wird mal wieder Zeit für Mut zur Nische, die Aktion, bei der ich zusammen mit einigen anderen Bloggerinnen Nischenbücher näher beleuchte. Dieses Mal steht "Centro" von Katharina Groth im Mittelpunkt - quasi im Zentrum des Geschehens.
1. keinem konkreten Genre zugeordnet werden, weil sie z. B. Elemente aus mehreren enthalten, aber keines davon überwiegt
ODER
2. einem Nischengenre angehören, wie z. B. Steampunk, Science Fiction etc., oder spezielle Themen behandeln, die nicht massentauglich sind
UND
3. von einem (kleinen) deutschen Verlag herausgebracht wurden, der nicht die Reichweite eines großen Publikumsverlags hat und deshalb z.B. auch nicht in den Buchhandlungen vertreten ist, oder selbst verlegt sind (hier achten wir aber auf Qualität, sprich Lektorat)
Ich habe die Autorin dieser außergewöhnlichen Trilogie interviewt und sie hat mir einige tiefere, aber auch ernste Einblicke in "Centro" gegeben:
Ganz herzlichen Dank, liebe Katharina Groth, für das tolle Interview und die ausführlichen Antworten.
Weiter geht es am 2.9 bei Buchvogel mit "Unfreiwillige Arenakämpfer":
https://buchvogel.blogspot.de/2017/09/unfreiwillige-arenakaempfer-centro-in-der-tiefe.html?fref=gc
Alle bisherigen Nischenbücher findest Du hier auf einen Blick: Mut zur Nische
Die Fotos wurden mir von der Autorin zur Verfügung gestellt.
1. keinem konkreten Genre zugeordnet werden, weil sie z. B. Elemente aus mehreren enthalten, aber keines davon überwiegt
ODER
2. einem Nischengenre angehören, wie z. B. Steampunk, Science Fiction etc., oder spezielle Themen behandeln, die nicht massentauglich sind
UND
3. von einem (kleinen) deutschen Verlag herausgebracht wurden, der nicht die Reichweite eines großen Publikumsverlags hat und deshalb z.B. auch nicht in den Buchhandlungen vertreten ist, oder selbst verlegt sind (hier achten wir aber auf Qualität, sprich Lektorat)
Ich habe die Autorin dieser außergewöhnlichen Trilogie interviewt und sie hat mir einige tiefere, aber auch ernste Einblicke in "Centro" gegeben:
Genre/Zielgruppe
Dystopie/ Science-Fiction, Männer und Frauen ab 16 aufwärts
Eine Dystopie mit einer doch
eher düsteren Aussicht. Wie bist Du auf die Idee dazu gekommen? Ist das die
Entwicklung, die uns bevorsteht? Stichwort: Klimawandel, Ozonschicht, über die
in den vergangenen Jahren eigentlich kaum noch jemand redet … ?
Also, grundsätzlich gesagt, glaube ich, dass der Mensch genug Ignoranz
besitzt, (und da will ich mich natürlich nicht ausschließen; ich hab es
getestet: rotes Blut, regelmäßiges schlagendes Herz, schlafen, essen, schreiben)
um Probleme so lange zu ignorieren bis es irgendwann zu spät ist. Daher finde
ich den Gedanken an eine düstere Zukunft leider nicht so fern, wie ich es mir
wünschen würde. Die Szenarien hierbei sind so zahlreich wie es Dystopien gibt.
Natürlich sind Geschichten letzten Endes einfach nur Geschichten, stellen
Vieles überspitzt da und sollten den Leser mit ihrer Moralkeule nicht
erschlagen. Aber mich hat tatsächlich der Gedanke gereizt: was wäre wenn ...
Wie würden wir uns weiterentwickeln? Würden wir das überhaupt?
In Centro gibt es ja ziemlich
strenge Gesetze, die auch rigoros und nicht gerade zimperlich durchgesetzt
werden. Ich hab in letzter Zeit einige Serien und Filme mit Endzeit-Szenarien
gesehen, da ist es ähnlich. Denkst Du, in einem solchen Katastrophenfall wird
es noch Demokratie geben und gleiche Rechte? Oder wird immer eine kleine
(starke) Gruppe über die anderen (vermeintlich schwachen) herrschen?
Der Ausgangspunkt einer Dystopie ist ja meistens ein Vorfall in der
Vergangenheit; ein Krieg, eine Umweltkatastrophe, eine Krankheit … Ein Punkt,
an dem die Überlebenden vor den Trümmern der letzten Jahre stehen. Nichts
funktioniert mehr wie es sollte, der ganze Luxus ist weg und alles, was für uns
selbstverständlich ist, gibt es nicht mehr. Als hätte man uns sprichwörtlich den
Teppich unter den Füßen weggezogen. Ich glaube, dass die Menschen sich in
solchen Momenten mehr denn je nach Struktur sehnen. Jemand, der alles in die
Hand nimmt und sagt: Es reicht jetzt mit Jammern, wir fangen neu an. Viele
werden das dankbar annehmen und auch nur allzu bereit sein sich strengen Regeln
zu beugen. Also, lange Rede kurzer Sinn: Ja, ich glaube, dass in Folge einer
Katastrophe, die uns tatsächlich global in dystopische Verhältnisse treibt, die
Starken sehr willkommen sind und die Schwachen sich nur allzu gern beugen. Die
weitere Entwicklung, die Sanktionen – was in Dystopien ja häufig ein Thema ist
– sind alles schleichende Prozesse, die dann nach und nach akzeptiert werden.
Wenn es tatsächlich um das Überleben geht, sind wir bereit einiges zu
akzeptieren.
Was macht Deine Hauptfigur Kay
aus? Wieso kann nur sie diese Geschichte erleben?
Oh, jetzt wird es schwer nicht zu spoilern. Also, Kay ist tatsächlich
etwas Besonderes, einfach weil das ihre persönliche Geschichte hergibt, die ja
nach und nach in den Romanen erzählt wird. Tatsächlich gab es in meinem Kopf
erst die Protagonistin Kay und darum hat sich dann irgendwie die Geschichte
entwickelt.
Gibt es eine Nebenfigur, die
Dir besonders ans Herz gewachsen ist?
Ja, ich mochte Lydia von Anfang an; harte Schale, weicher Kern. Sie
war ehrlich gesagt gar nicht eingeplant, sondern stand auf einmal einfach vor
mir. Eigentlich sollte sie nur eine Figur sein die flüchtig auftaucht und dann
wieder verschwindet. Was soll ich sagen? Sie hat sich so tief in mein Herz
geschlichen, dass ich ihr einfach noch eine Kurzgeschichte aus ihrer Sicht
widmen musste.
Hast Du eine Lieblingsstelle?
„Das Grausame daran war eigentlich nur, dass ich inzwischen genau verstand, was sie meinte. Wenn ich über meine Wandlung in den letzten Wochen nachdachte, liefen mir kalte Schauer über den Rücken. Jeden Tag war ein weiteres kleines Stück von mir gestorben und hatte der neuen Kriegerinnenseite weichen müssen. Meine Instinkte wurden durch das Training außergewöhnlich geschärft und Lydia staunte immer wieder über die rasanten Fortschritte, die ich machte. Immerhin hatte ich mich innerhalb kürzester Zeit von einer Erntehelferin zu einer Kämpferin entwickelt. Das Beunruhigendste daran war, dass ich an den Kämpfen sogar manchmal Freude empfand. Es gab Tage, da durchströmte mich nach einem gelandeten Treffer ein unbestimmtes Glücksgefühl, wie ich es bis zu meiner Zeit als Arenakämpferin noch nie verspürt hatte. Es war, als hätte mein Körper seine Bestimmung gefunden, während mein Herz langsam, aber sicher unter der ganzen Gewalt und der Zwietracht hier zusammenbrach. Die Saison war erst halb vorbei. Was passierte wohl mit mir, wenn ich tatsächlich bis zum Schluss durchhielte?“ (Centro – In der Tiefe/ Katharina Groth)
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Katharina Groth und Paul |
Magst Du uns ein bisschen mehr
über Dich persönlich erzählen? Wer ist Katharina Groth? Was machst Du neben dem
Schreiben? Was sind Deine Hobbys? Was treibt Dich an? Was kannst Du überhaupt
nicht leiden? Womit kann man Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern?
Wer ist Katharina Groth? Hm … eine leicht chaotische Vollzeitautorin,
zweifache Katzenmama, dreifache Drachenmama, verheiratet, Familienmensch und
buchsüchtig. Wenn ich gerade nicht schreibe, dann lese ich oder breche auch
einfach mal aus meinem Autorenalltag aus. Immer dann, wenn ich es in meiner
„Autorenhöhle“ nicht mehr aushalte, treffe ich mich mit Freunden oder Familie
und genieße es auch einfach mal nicht über Bücher zu reden und die Seele
baumeln zu lassen. Bis tief in die Nacht quatschen und den Alltag, Alltag sein
lassen. Ich liebe außerdem alles kreative; basteln, zeichnen, stricken … (Ja!
Sogar stricken! :-D )
Ich bin verdammt ehrgeizig, gerade was meinen Beruf angeht. Das was
ich mache, will ich gut machen, mich weiterentwickeln und weiter meinen Traum
leben dürfen. Also, ich treibe mich definitiv selbst an und würde es mir nicht
verzeihen, wenn ich mir durch meine eigene Trägheit meine Zukunft verbaue.
Ich kann es nicht leiden, wenn man gerne und viel nimmt, aber nicht in
der Lage ist etwas zurückzugeben und sei es nur ein ernst gemeintes ‚Danke‘.
Damit kann man mich wirklich auf die Palme treiben.
Ein Lächeln? Oh ich lache und lächle eigentlich sehr viel. Meine
Tiere, mein Mann, meine Freunde bringen mich eigentlich ständig dazu. Da reicht
eigentlich schon die bloße Anwesenheit oder der eine oder andere trockene
Spruch von meinem Mann.
Mal ganz ehrlich: Hast Du eine
Macke?
Oh ja. Ich bin chaotisch. Vollblutchaotisch. (Gibt es das Wort?)
Inzwischen hat sich das schon etwas gebessert, da ich einen sehr
ordnungsliebenden Mann habe, aber grundsätzlich folgt mir das Chaos weiterhin
durch mein Leben.
Wenn Du einen Wunsch frei
hättest, was würdest Du Dir wünschen?
Ich könnte jetzt sagen: Reichtum, Erfolg usw. Aber eigentlich bin ich
der Meinung, dass jeder selbst für diese Dinge verantwortlich ist. Und da es
nur ein Wunsch ist, gibt es jetzt mal etwas Selbstloses, nicht weil ich ein
absoluter Gutmensch bin, sondern einfach weil ich in meiner Familie schon
betroffen war. Ich würde mir ein Heilmittel gegen Krebs wünschen.
Wie wird es mit Dir weitergehen?
Was kann man noch von Dir lesen oder was wird man demnächst von Dir lesen
können?
Ich bin vor Kurzem bei einem tollen Kleinverlag (GedankenReich Verlag)
untergekommen, der mit Herzblut bei der Sache ist und mein „Schattensplitter –
Prinzessin von Mawuria“ neu verlegt hat. Der zweite Band wird im Oktober
erscheinen. Außerdem sind für nächstes Jahr ein weiterer High Fantasy-Roman und
eine neue Dystopie geplant, an der ich gerade noch schreibe.
Autorenseite, Blog, Facebook, Amazon,
Lovelybooks o.ä.
Facebook: https://www.facebook.com/KatharinaGrothAutorin/
Blog: https://katharinagroth.blogspot.de/
Amazon: https://www.amazon.de/Katharina-Groth/e/B00ICGOCDA
Autorenseite GedankenReich Verlag:
https://www.gedankenreich-verlag.de/team/autoren/katharina-groth/
Ganz herzlichen Dank, liebe Katharina Groth, für das tolle Interview und die ausführlichen Antworten.
Auch wenn Katharina Groth niemanden mit der Moralkeule erschlagen will, so machen ihre Antworten doch nachdenklich, finde ich. Ob euch das Buch ebenfalls zum Nachdenken bringen wird, könnt ihr erfahren, indem ihr es lest oder bei meinen Bloggerkolleginnen vorbeischaut, die die kommenden Tage über ihre Erfahrung und Meinung zu "Centro" berichten werden.
https://buchvogel.blogspot.de/2017/09/unfreiwillige-arenakaempfer-centro-in-der-tiefe.html?fref=gc
Alle bisherigen Nischenbücher findest Du hier auf einen Blick: Mut zur Nische
Die Fotos wurden mir von der Autorin zur Verfügung gestellt.
Hallo Sandra,
AntwortenLöschenein interessantes und nachdenklich machendes Interview. Ja, so weit hergeholt ist das alles nicht, was sie beschreibt.
Ich hab mir auch die weiteren Bände der Trilogie besorgt und bin gespannt, wie es mit Kay und auch Lydia weitergeht.
Eine Frage hätte ich noch: Was ist denn eine Drachenmama? :D
Liebe Grüße
Daniela