Dienstag, 2. Juni 2015

Gestrichene Szene aus "Bluterben"

Immer wieder werden Wünsche nach gestrichenen Szenen laut, deshalb möchte ich euch heute auch mal hier auf meinem Blog eine Szene zeigen. Sie stammt aus der Urfassung des zweiten Bandes "Bluterben" und beschreibt das erste Zusammentreffen Dorians mit Louisas Eltern. Außerdem wird erklärt, woher Louisa ihren Beinamen "Blume - Flower" hat. Viel Spaß!


Ich hatte den Besuch bei meinen Eltern immer wieder hinaus gezögert und ihnen erst einmal am Telefon erzählt, dass sie nun auch von mir einen Enkel zu erwarten hatten. Von da an riefen sie immer wieder an und drohten sogar, uns besuchen zu kommen. Deshalb fuhren wir eines Tages hin.
Wir warteten ab, bis das Wetter etwas schlechter wurde. Bei Sonnenschein, so gut kannte ich meine Eltern, würden sie ein großes Gartenfest daraus machen. Dann war es mir lieber, sie lernten meinen Vampirfreund in ihrer schummrigen kleinen Holzhütte kennen.
Zu meiner Überraschung war meine Schwester mit ihrer Familie auch da, und es war ein lautes und buntes Durcheinander, das mir sehr schnell zu viel wurde. Dorian wurde mit offenen Armen empfangen, meine Mutter war begeistert von ihm und mein Vater kam mit einem zufriedenen Lächeln zurück, nachdem er ihn ganz klassisch zu einem persönlichen Gespräch beiseite genommen hatte. Auch wenn meine Eltern zurückgezogen lebten, wussten sie doch, was um sie herum passierte. Der Name Fitzgerald war ihnen ein Begriff. Trotzdem behandelten sie ihn nicht anders und schickten ihn sogar mit meinem Schwager los, Wasser aus dem Brunnen im Garten zu holen. Dorian half begeistert mit, wo es ging. Meine Schwester zog mich irgendwann beiseite und fragte, ob er ihrem Mann nicht einen Job besorgen könnte. Das würde er mit Sicherheit, versicherte ich ihr. Die Frage war jedoch, ob ihr Mann es schaffen würde, ihn zu behalten ...
Das Haus meiner Eltern war für so viele Leute viel zu klein, und ich musste mich immer wieder vor die Tür zurückziehen. Sie hatten zum Glück eine schmale überdachte Veranda, auf der ich mich auch vor dem Regen verstecken konnte. Ich stellte mich in die hinterste Ecke, wo ich nicht sofort zu sehen war, doch Dorian fand mich natürlich trotzdem. Er stellte sich hinter mich und legte seine kühlen Hände auf meinen gewölbten Bauch.
„Es ist doch wirklich ein Wunder“, sagte er und küsste mich auf den Hals.
„Sprach der sechshundert Jahre alte Vampir.“
„Ich mag deine Familie“, erwiderte er nach einem kleinen Lachen. „Sie sind so… lebendig. Genau wie du erzählt hast. Warum nennt deine Mutter dich Blume?“
„Weil sie meint, ich würde meine wahre Schönheit erst im richtigen Sonnenlicht entfalten“, gab ich zurück und lachte. „Ich hab nie begriffen, was sie damit meint.“
Dorian seufzte und drückte mich fester an sich.
„Ich schon.“ 


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Kommentare:

  1. Guten Morgen meine Liebe,

    ein wirklich schöne und gefühlvolle Szene :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Guten Morgen!

      Dankeschön. Freut mich, dass sie Dir gefallen hat!

      Liebe Grüße und noch eine schöne Restwoche
      Sandra

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