Samstag, 9. Juli 2016

Buchtipp: Joachim Sohns Fairy Fantasy

Heute kommen wir zu einem Buchtipp der etwas anderen Art. Joachim Sohns Buch sieht auf den ersten Blick wie ein Kinderbuch aus, aber das täuscht. Mit diesem Buchtipp bin ich selbst auf ein neues Genre gestoßen, das ich so noch nicht kannte: Fairy Fantasy. Was genau sich dahinter verbirgt, erfahrt ihr hier:




Buchtitel  
Sunnie & Polli – Im Land der Monate

Genre/Zielgruppe
Animal Fantasy / Fairy Fantasy.
Zielgruppe: Freunde des philosophischen Humors

Deine Geschichte in wenigen Sätzen
Die tapferen Kater Sunnie und Polli sind Meisterdetektive. Von den Monaten erhalten sie einen neuen Auftrag: Sie sollen den spurlos verschwundenen Juni wiederfinden, bevor das Zeitengefüge auseinanderbricht. Mit ihren höchst ungewöhnlichen und auf Katzenbedürfnisse zugeschnittenen Ermittlungsmethoden ermitteln sie glatt am Problem vorbei. Aber da ist Mai, die unsterblich in Juni verliebt ist. Während Sunnie und Polli eine Menge Unsinn im Land der Monate treiben und so manchen zur Verzweiflung bringen, macht sich Mai auf den Weg, hinter das Geheimnis von Junis Verschwinden zu kommen und muss eine böse Überraschung erleben.

Dein Roman wirkt auf den ersten Blick wie ein Kinderbuch - ist er aber nicht, oder?
Nein, aber es soll Junggebliebene ansprechen. Ich bin mit Tom und Jerry großgeworden, mit Bugs Bunny und Duffy Duck, mit Stan & Olli und Harold Lloyd, mit Cap und Capper und Bernhard und Bianca, mit Monthy Python und Per Anhalter durch die Galaxis, mit Käpt’n Blaubär und den Muppets. Mich haben die Filme, die Figuren und der tiefsinnige Nonsens fasziniert und ich fühle mich bis heute nicht zu alt dafür. Mein erster Animal Fantasy Roman, Keldris und Kandia ist eigentlich ein Drama, es spielt in einer sehr unwirtlichen Zeit, in dem es um den Kampf der Evolution geht, um Liebe, Tod und Verlustangst. Die Hauptdarsteller aber sind Nagetiere. Vorbilder dafür sind Geschichten wie Watership Down oder Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh. Diese Geschichten leben davon, dass sie eine ernsthafte Botschaft in fantastischen Bildern und mit Charakteren erzählen, die man sofort ins Herz schließt. Vielleicht weil sie so zum Knuddeln sind. Für mich ist es einfacher, auch tiefgrü ndigere Themen in das Gewand von Tierdarstellern zu packen. So sind wahrscheinlich auch Fabeln entstanden. Weil sie für Jung und Alt funktionieren. Kinder lieben Tiere und bekommen die Botschaft damit umsonst mitgeliefert. Je älter man wird, umso mehr versteht man dann aber, was der Autor seinen Lesern sagen wollte.
Sunnie und Polli ist aber weitaus lustiger. Neben dem Thema Zeit, was in der Geschichte natürlich eine Hauptrolle spielt, geht es mir darin vor allem um die Wahrnehmung. Wie die Welt aus der jeweiligen Sicht der handelnden Personen gesehen und beschrieben wird. Und bei Katzen, die sich hauptsächlich für gutes Essen und möglichst viele Pausen interessieren und den Monaten, die alle unterschiedliche Ziele verfolgen und nicht selten aneinander vorbeireden, prallen da Welten aufeinander, die für einige absurde und komische Situationen sorgen. Zum Glück gibt es aber den dreizehnten Monat namens Wiedehopf Stein, der am Ende alles aufklärt.

Schon die Kapitelüberschriften lassen mich stutzen und wirken sehr experimentell. Was ist sonst noch das Besondere an "Sunnie und Polli"? Warum sollte ein Leser ausgerechnet Dein Buch kaufen?
Weil er sich auf eine sehr ungewöhnliche Reise begeben wird, die ihn am Schluss bereichern wird. Vor allem was die Kenntnis über das Verhalten von Katzen angeht. Das sich übrigens sehr gut auf uns Menschen übertragen lässt.

Animationen/Trickfilme u.ä. haben es Dir offenbar angetan. Warum? Was fasziniert Dich so daran, Tieren und selbst Monaten eine Stimme - und eine Persönlichkeit - zu geben?
Ja, Trickfilme faszinieren mich seit meiner Kindheit und seit meiner Kindheit wollte ich auch immer ‚was mit Trickfilm‘ machen. Ich habe sehr früh angefangen, tierische Charaktere zu entwerfen, die ersten waren zwei Hunde namens Schnacki und Backi (oh nein, wie peinlich), deren Geschichte ich in Comicstrips aufgezeichnet habe. Darauf folgte die Geschichte von Candy und Chris, aus der später Keldris und Kandia wurden. Als Jugendlicher habe ich eine Mischung aus Comic und Storyboard mit den beiden gezeichnet, die satte 2000 Panels stark war. Da das aber alles keine Kunst war und insofern nicht für ein Kunststudium genügt hat, habe ich erst mal Germanistik, Romanistik und Filmwissenschaften studiert. Kurz vor Ende meines Studiums ergab es sich aber in den Semesterferien, weil ich nebenher immer wieder illustriert und gezeichnet bzw. einen Puppentrickfilm gemacht hatte, dass ich in Babelsberg, ich wohnte da schon in Berlin, bei einem Trickfilmprojekt für’s ZDF mitarbeiten konnte. Danach hatte ich Blut geleckt. Statt das Studium abzuschließen, ja ich weiß …, bin ich dann zur animation school nach Hamburg gegangen und habe zumindest dort erfolgreich abgeschlossen. Danach folgen 7 Jahre freiberufliches Schaffen bei verschiedenen deutschen Trickfilmproduktionen, unter anderem für Werner und Käpt’n Blaubär. Zudem habe ich die Insert-Figuren Junior, Jane und Jaz für Junior-TV von Sat1 entworfen. Mittlerweile arbeite ich in einer Werbeagentur als Animation Director. Parallel zu meiner Arbeit habe ich dann angefangen, meine Geschichten aufzuschreiben. Mein großes Ziel war es natürlich immer, diese Geschichten als Trickfilm zu sehen, daran arbeite ich nach wie vor sehr hart. Ich weiß nicht, warum mich die Trickfilmwelt und vor allem Trickfilme mit anthropomorphen Protagonisten so faszinieren. Ich kann nur sagen, Zootopia zum Beispiel hat mich wieder mal vollkommen umgehauen. Ich engagiere mich auch schon seit Jahren im Tierschutz und lebe zu 90 % tierproduktfrei. Ich glaube, wenn Tiere wirklich sprechen könnten, sähe die Welt anders aus. Vielleicht versuche ich das mit meinen Geschichten zu vermitteln.

Magst Du uns ein bisschen mehr über Dich persönlich erzählen? Was machst Du neben dem Schreiben? Was sind Deine Hobbys? Was treibt Dich an? Was kannst Du überhaupt nicht leiden? Womit kann man Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern?
Ich habe zum Glück ein Stück weit immer das gemacht, was mich auch interessiert, also Sprachen, Philosophie, Trickfilm, Werbung, Grafik, Lesen und Schreiben, Tierschutz und Kochen. Insofern habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und umgekehrt. Was mich antreibt ist, dass ich meine Ziele noch nicht erreicht habe.

Was ich gar nicht leiden kann ist, Warten zu müssen, vor allem, wenn ich die Wartezeit nicht kreativ nutzen kann. Dann ist es für mich verschwendete Lebenszeit. Vielleicht sollte ich aber auch lernen, mich ab und an in Geduld zu üben und Pausen einfach mal zu genießen.

Und womit kann man mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Hm, so spontan fällt mir da nur eins ein: Catcontent!

Hast Du ein Lebensmotto?
Ein Lieblingszitat. Erkenntnisphilosophisch ordne ich mich bei den Konstruktivisten ein. Ein Vertreter dieser Philosophie, ein chilenischer Biologe, der über die Biologie der Realität geschrieben hat formulierte folgenden Satz: „Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt
Dieses Zitat steht auch am Anfang und am Ende von ‚Keldris und Kandia“

Wie bist Du an den Papierverzierer Verlag gekommen? Hast Du viele Verlage angeschrieben?
Ich habe für Sunnie und Polli einige Publikumsverlage angeschrieben, die auch Fantasy- und Jugendliteratur im Programm haben. Da warte ich heute noch auf Antwort.
Über facebook hatte ich Alfons Theodor Seeboth mein Exposée zu Sunnie und Polli  gezeigt. Er meinte, das passe nicht so gut zu seinem Wölfchen Verlag, aber er kenne da jemanden, dem die verrückten Kater gefallen könnten. Und das war Schemajah mit seinem damals noch recht jungen papierverzierer Verlag. Er las den ersten Satz und ein paar Zeilen aus Flucht von Fanfasl, dem zweiten Kapitel und ihm gefiel sofort die Walter Moers’sche Sprache. So kam es, dass die Meisterdetektive ihr Verlagszuhause fanden.

Wie gehst Du mit Absagen um und was empfiehlst Du anderen Autoren, die z.B. noch ganz am Anfang stehen?
Absagen? Weitermachen! Ansonsten ist es wichtig, Geduld zu haben. Sowohl mit Kritik als auch mit sich selbst. Und es ist wichtig, Kritik zuzulassen und aufmerksam zuzuhören.

Was kann man bereits oder wird man noch von Dir lesen können?
Vor Sunnie und Polli habe ich das bereits erwähnte Nager-Epos ‚Keldris und Kandia‘ geschrieben, das als Hörbuch unter dem Titel ‚Perm – Eine Urzeitheldenreise‘ im Essener action-verlag und als 4-teilige E-Book-Serie im Saarbrücker chichili-Verlag erschienen ist. Es gibt zudem ein paar Kurzgeschichten in diversen Anthologien, darunter auch Sciene-Fiction und Sunnie und Pollis ‚Flucht von Fanfasl‘ als eigenständige Kurzgeschichte.
Gemeinsam mit Ann-Kathrin Karschnik und Carolin Grotjahn , habe ich die dystopische UMRAY-Anthologie herausgegeben, wobei ich bei dem Projekt für die Konzeption, Layout und Art-Direktion verantwortlich war.
Derzeit entstehen mehrere Projekte parallel. Geplant ist in diesem Jahr noch die Veröffentlichung einer weiteren Kurzgeschichte mit Sunnie und Polli. Außerdem gibt es ein Treatment zu einer weiteren Sunnie und Polli Kurzgeschichte und einen 30-seitigen Plot für den zweiten Sunnie und Polli Roman. Bis zu dessen Umsetzung wird es aber noch ein wenig dauern, denn gerade schreibe ich an meinem dritten großen Animal-Fantasy Roman, ein modernes Märchen mit vielen anthropomorphen Protagonisten, ein paar Menschen, High-Fantasy-Zutaten und ein bisschen Magie. Zwischendrin habe ich noch eine Novelle verfasst, die zur Abwechslung nichts Tieren zu tun hat. Es ist Gegenwartsliteratur mit phantastischen Elementen. Das befindet sich gerade in Überarbeitung und wird zeigen, ob neben Animal-Fantasy noch mehr in mir steckt. Desweiteren habe ich ein Konzept für eine weitere Anthologie eingereicht. Ich hoffe das wird was. Und zu guter letzt habe ich eine Wunschauftragsarbeit an Land gezogen. Die steckt aber noch ganz am Anfang, aber der ist zumindest gemacht.

Autorenseite, Blog, Facebook, Amazon, Lovelybooks o.ä.

Vielen Dank, lieber Joachim, für die tolle Vorstellung Deines doch etwas anderen Romans. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und viele neue Leser!

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