Donnerstag, 7. Juli 2016

Autorentipp: Wie schreibe ich eine Vita?

Als Herausgeberin der Einhornanthologie, für die gerade die Ausschreibung im Talawah Verlag läuft, bin ich über viele kreative Lebensläufe gestoßen und widme mich deshalb heute dem Thema Vita und wie man sie schreibt. Auch die Vita ist Bestandteil einer Bewerbung bei einem Verlag und sollte sorgfältig und in der richtigen Form verfasst werden. (Zur gebotenen Sorgfalt habe ich bereits einen Artikel geschrieben (siehe hier)). Nun geht es weiter mit:

Wie schreibe ich eine Vita?

Foto: Pixabay

Vorweg unterscheiden wir zwischen "normaler" Vita und Kurzvita. Die längere Form bietet sich für die Bewerbung bei einem Verlag an, falls nicht ausdrücklich anders gefordert (hier bitte IMMER den Ausschreibungstext des Verlags genau lesen und beachten!).

Eine Kurzvita kommt zum Beispiel auch ins fertige Buch hinein oder wird ggf. auf der Verlagsseite veröffentlicht, sobald ein Vertrag zustande gekommen ist. Oder sie wird explizit angefordert, entweder vom Verlag, der Presse oder dem Veranstalter, bei dem man eine Lesung halten möchte. Es ist also wichtig, beide Formen griffbereit zu haben und sich vor allem genau zu überlegen, was man hinein schreiben möchte. Denn wie immer gilt auch hier: Sie muss neugierig machen!

Eine Vita ist im Grunde ein kurzgefasster Lebenslauf. Für das Buchgeschäft sollen sich die Informationen aber möglichst auf buchrelevante Punkte beschränken. Es ist also nicht nötig, zu erwähnen, z.B. auf welcher Grundschule Du warst, außer diese Schule ist Kernthema Deines Buches.

Die Vita wird (wenn nicht anders angegeben) in der dritten Person geschrieben und muss vor allem alle Kontaktdaten enthalten. Der Einfachheit halber gebe ich meine Adresse, Telefonnummer, Email und Webseiten in allen relevanten Dokumenten in der Kopf- und Fußzeile an und speichere mir das als Vorlage für zukünftige Projekte. Dann kann ich es nicht vergessen und für den Verlag ist es hilfreich, wenn jede eingeschickte Seite mit den Kontaktdaten versehen ist. Oftmals wird auch genau das ausdrücklich verlangt. Es sollte jedoch auch in Deinem Interesse sein, dass Deine Leseprobe Dir zugeordnet werden kann und nicht einem anderen Autor.

Eine Vita muss neugierig machen! Finde heraus, was Dich befähigt, gerade dieses Buch geschrieben zu haben. Erwähne besondere Auszeichnungen, Merkmale, Kenntnisse, die zum vorliegenden Roman passen. Stipendien, Schreibseminare, Auslandsaufenthalte/-studien, sprich: alles, was Du zu dem Thema bereits gelernt/erreicht hast und Dich somit zum Experten macht. 
Gut möglich, dass Du Deine Vita an ein neues Projekt anpassen musst, aber auch diese Arbeit sollte in Deinem Interesse sein, immerhin willst Du Dein Buch ja an den Verlag bringen.

Fasse Dich bei einer Kurzvita kurz. Fünf Sätze sind ausreichend. Immerhin ist es eine Kurzvita.

Gebe Deine Veröffentlichungen an, denn genau die sind Deine Referenzen! Wenn es zu viele sind, picke die wichtigsten heraus und erwähne die anderen in einem Nebensatz. Zeige Verlegern und Lektoren, was Du bisher veröffentlicht hast. Genau darauf kommt es an! Ich weiß nicht, warum viele Kollegen in ihrer Vita damit so sparsam umgehen. Jedes Buch ist eine fertige Arbeit des Autors, die vielleicht wichtig sein kann, wenn die finale Entscheidung fällt. 
Hier empfinde ich persönlich eine Aufzählung mit Titel, Datum und Verlag angenehm und übersichtlich, aber da gibt es sicherlich unterschiedliche Meinungen.

Sei individuell ohne abgehoben zu sein. Ich habe schon Lebensläufe gelesen, bei denen habe ich zwar herzhaft lachen können, aber rein gar nichts über die Autorin/den Autor erfahren. Es ist schön, schriftstellerisches Geschick zu beweisen, aber übertreibe es dabei bitte nicht und denke daran, dass Dir eine solche "Spaßvita" auch in zehn Jahren noch gefallen muss, denn wir gehen ja davon aus, dass Dein Roman verlegt und bald durch viele Buchhandlungen gehen wird. Finde hier einen guten Mittelweg zwischen trocken und albern.

Achte auf Schreibfehler. Leider muss man auch das immer wieder betonen. Nutze die Rechtschreibprüfung Deines Schreibprogrammes. Achte hierbei auch darauf, dass sie aktuell ist. Selbst wenn Dir die neue Rechtschreibung nicht gefällt, sie ist nun mal üblich und als Autor kann man sich dieser Änderung nicht verschließen. Hast Du kein fähiges Schreibprogramm mit Korrekturfunktion, bitte Freunde, Deine Vita Korrektur zu lesen. Glaube mir, nichts ist peinlicher und sorgt sicherer dafür, dass ein Lektor sich den Rest nicht mehr ansieht, als wenn bereits in der Vita Schreibfehler sind.

Hier eine Übersicht der Dinge, die in eine Vita gehören:
  • Name/Pseudonym
  • Kontaktdaten

    freiwillige Angaben:
  • Alter
  • Geburts-/Wohnort
  • Familienstand
  • Kinder ja/nein
  • schulische/berufliche Bildung (sofern für das Schreiben Deines Romans relevant)
  • Auszeichnungen/Weiterbildungen im Bereich des Publizierens, Mitglied in Schriftsteller-Verbänden, etc.
  • bisherige Veröffentlichungen (gern als Liste)

Lass Dich von langen und kurzen Lebensläufen anderer Autoren inspirieren. Schau ins Buchregal oder suche nach ihren Webseiten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie eine (Kurz)-Vita aussehen darf und was sie enthalten sollte. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen zukünftigen Projekten!

Wenn Du Fragen oder Anmerkungen hast, hinterlasse mir gern einen Kommentar. Und wenn Dir der Artikel gefallen hat, verbreite ihn gern weiter. Vielen Dank.

Deine Sandra



Kommentare:

  1. Sehr schön, danke.

    Ich finde es sehr hilfreich, wenn bei Ratgeberartikeln Beispieltexte genannt werden. Das könntest Du hier noch ergänzen: je ein Beispiel für eine gelungene lange und kurze Vita. Da darf man ruhig mal zitierenderweise bei einem (potentiellen) Bestsellerautor klauen. :)

    Liebe Grüße, Claudia

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    1. Guter Tipp! Vielen Dank. Da mach ich mich doch mal auf die Suche und editiere das.

      Viele Grüße
      Sandra

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