Montag, 21. Dezember 2015

Heike Rissels Welt der Vampire

Heike Rissel und mich verbindet unsere Leidenschaft zu Vampiren. Auch ihre sind die Erwachsenen unter den Blutsaugern und die Welt, die sich Heike für sie ausgedacht hat, klingt spannend und gut durchdacht. Grund genug für mich, Heikes Bücher und sie selbst genauer unter die Lupe zu nehmen:




Buchtitel
Schattenzeichen

Genre/Zielgruppe
Vampir-/Fantasygenre

Deine Geschichte in wenigen Sätzen
Durch die Machenschaften von Dexter Dé Danann, seines Zeichens Fürst der Schattenkrieger, befinden sich meine beiden Hauptprotagonisten Kate Neyron, sterbliche Geliebte von Raffael McConnor, Fürst der Lichtkrieger, auf der Flucht vor sowohl der menschlichen Polizei als auch den Vampiren. Nur Raffaels Familie und enge Freunde können ihnen helfen. Doch dadurch geraten auch sie in Gefahr. Kate wird immer mehr enthüllt, wer sie ist und welche Kräfte sie hat. Auch das Rätsel um ihr Medaillon, das Raffael ihr geschenkt hat, offenbart sich ihr. Dexter gewinnt immer mehr Macht. Er ist zum Anführer der vereinten Vampirnation aufgestiegen und regiert mit gnadenloser Härte. Alte, schon lange verbotene und verpönte Rituale und Traditionen erleben unter seiner Herrschaft eine Renaissance. Dexter gelingt es, auch die Sterblichen zu beeinflussen. Er dringt bis an deren Spitze der Politik vor und zieht dort seine Fäden.
Kate und Raffael versuchen nun, Dexter zu stürzen, sich selbst zu rehabilitieren und die Menschen und auch die Vampirnation vor dem Einfluss Dexters zu retten. Eine schier unlösbare Aufgabe.

Vampire! Ich mag sie und hab ja schon in Dein Buch hineinlesen können. Was ist denn das Besondere an Deinem Buch? Warum sollten die Leser gerade Dein Buch kaufen?
Nun, zuerst einmal ist es das Besondere, dass die Vampire in meinen Romanen nicht die düsteren Untoten sind, die wieder aus ihren Gräbern auferstehen. Raffael erklärt das in etwa so: Vieles deutet darauf hin, dass die Sterblichen zuerst da waren und die Vampire durch eine Art Genmutation zu dem geworden sind, was sie sind.“ Ganz sicher sind auch die Wissenschaftler der Vampirnation in dieser Beziehung nicht.
Warum sollte man ausgerechnet meine Bücher kaufen? Wenn man Freude an einer spannungsgeladenen Story hat und sich gern in eine Welt voller Abenteuer entführen lassen will. Wenn man eine Geschichte gespickt mit Liebe, Leidenschaft, Emotionen, hintergründigem Humor, Bösartigkeit und dramatischen Kampfszenen mag, wobei auch nachdenkliche Passagen auf die Leserschaft warten. Kurzum, ein Buch voller knisternder Leidenschaft, Dramatik, sinnlicher Liebesszenen, brutaler Gewalt, blutiger Schwertkämpfe und frecher Wortgefechte. Deshalb kann ich meine Bücher jedem Liebhaber des Vampir-Genres empfehlen.

Hast Du eine Lieblingsstelle in Deinem Buch?
Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Es gibt so viele Stellen, die ich liebe. Also habe ich einmal zwei Stellen ausgewählt:
 „Was bereitet dir Sorgen, Liebster?“, fragte ich sanft. „Einmal abgesehen von dem Kampf, der uns bevorsteht.“  Raffael schob zärtlich meine Arme beiseite und drehte sich zu mir um. „Der Kampf, natürlich, mein Engel.“  Ich schüttelte leicht den Kopf und verdrehte die Augen entnervt gen Himmel. „Das allein ist es doch nicht, also …“ Den Rest des Satzes ließ ich unvollendet im Raum stehen. Sein Blick suchte den meinen und er fasste mich an den Armen. Plötzlich brach es aus ihm heraus. Wie ein Sturzbach, der viel zu lange aufgestaut war, platzten seine Worte in die Stille.  „Was mir Sorgen macht, fragst du mich? Ich mache mir Gedanken um jeden Einzelnen, der dort unten in der Halle ist, bereit für uns ihr Leben zu lassen. Um zu sterben, damit wir unsere Unschuld beweisen können. Ich frage mich immer und immer wieder: Ist es das wert? Ist nicht jedes einzelne Leben dort unten weit mehr wert als dieser Kampf?“
  Ich fegte seine Hände von meinen Oberarmen und trat einen Schritt zurück. Ich erwiderte seinen Blick mit einer Festigkeit, die tief aus meinem Inneren hervorgeschwemmt wurde. „Wenn du tatsächlich der Meinung bist, diese Menschen, unsere Freunde, haben sich nur deshalb dort versammelt, solltest du tatsächlich hinuntergehen und das Ganze abblasen. Ich sage dir jedoch: Sie sind da, weil der Gedanke, dieser tyrannische Blutsauger könnte die Herrschaft über die gesamte Welt übernehmen, sie nicht mehr schlafen lässt. Sie sind da, um dieser Kreatur der Nacht den Kampf anzusagen. Sie sind da, um Dexter ein für alle Mal den Garaus zu machen. Dafür, mein Liebster, dafür sind sie dort, um gemeinsam mit uns, diesen Kampf zu gewinnen und dafür sind sie bereit, ihr Leben zu lassen. Dafür, Raffael, dafür.“ Erschöpft hielt ich inne.
  Ein kleines Lächeln zuckte wehmütig über seine Züge, als er meine Hand ergriff und sie zärtlich an seine Lippen führte. „Lass uns hinuntergehen, meine kleine Kriegerin. Lass uns den Abend mit unseren Freunden verbringen und jeden friedlichen Moment, der uns noch bleibt, gemeinsam genießen.“
*****
Meine Fähigkeit klare Gedanken zu fassen, ging mir in diesem Augenblick verlustig. Raffael nahm mein Gesicht in beide Hände, blickte mir eindringlich in die Augen. „Hab keine Angst. Ich werde dir Freude bereiten, Cathleen Neyron O’Bannon“, murmelte er heiser an meinem Ohr.  Zögernd und unendlich behutsam schickte er seine Gedanken auf die Reise. Sie umschmeichelten lockend meine Abwehr. Und meine Mauer verschwand. Sie brach nicht wie unter einem brachialen Angriff zusammen, bröckelte nicht widerstrebend zu Staub. Nein, wie ein Staubschleier nach langer Trockenheit von einem warmen, sanften Sommerregen wachgeküsst, löste sich mein Widerstand in Nichts auf. Ich begrüßte Raffaels Gegenwart, hieß ihn in meinem Geist willkommen.
  Atemlos wartete ich auf eine Reaktion meines Bewusstseins, aber Raffael ließ sich Zeit. Beinahe wäre mir dabei der Beginn entgangen. Zart und leicht wie schillernde Seifenbläschen stiegen meine Emotionen an meinem Rückgrat empor, versetzten meine Nervenenden in einen erwartungsfrohen Ausnahmezustand. Sie schäumten hoch bis zu meinem Nacken und zerplatzten über meinem Kopf, qualvoll langsam, eine nach der anderen, perlten langsam wieder über meine übersensibilisierte Haut, einem Schaummeer gleich, hinunter. Sprudelten genüsslich in meinem Innersten, prickelten wie Champagnerperlen in meinem Unterleib, explodierten schließlich in einem sinnlichen Feuerwerk. Sanfte Berührungen holten mich herunter aus dem Reich der überschießenden Gefühle, weckten erneut Begehren, überließen mich hilflos gefangen diesem Nirwana der Lust und Leidenschaft. Ich zerfloss zu einem bebenden Nervenbündel, geschüttelt von meinen Emotionen. In diesem Zustand lustvoller Unzurechnungsfähigkeit war selbst das Eindringen seiner  Reißzähne eine außergewöhnlich erotische Erfahrung. Unter dem Einfluss Raffaels bezirzendem Sinnestaumel verschwammen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie und ich fügte mich dem Zauberer der Ekstase.


Ich hab gelesen, dass Du als Pfarrsekretärin arbeitest. Weiß Deine Pastorin von der doch eher unheiligen Leidenschaft für die düsteren Blutsauger? Wie findet sie das?/Wie hat sie drauf reagiert, dass Du Vampirromane veröffentlicht hast?
Tja, das ist denn wohl einer der Gründe, warum ich von der ewigen Geschichte von den Untoten abgewichen bin. Es wäre vermutlich aber nicht sonderlich relevant gewesen. Meine Pastorin weiß selbstverständlich von meiner Leidenschaft für Vampire und ihre unsterblichen Abenteuer und hat damit auch keinerlei Probleme. Gelesen hat sie die Bücher jedoch nicht, da sie andere Genres bevorzugt. Aber auch im Kirchenkreis weiß man natürlich von meinem Hobby. Viele haben mich auch schon darauf angesprochen und zu meinem Erfolg beglückwünscht.


Musik ist Deine andere Leidenschaft. Magst Du mehr davon erzählen? Welche Instrumente spielst Du? Welche magst Du besonders und warum?
Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass die Musik meine erste Liebe war. Erst danach kam, relativ spät, meine Schreiberei.
Leider spiele ich kein Instrument. Da ich Rheumatikerin bin, kann die meisten Instrumente mit meinen vom Rheuma betroffenen Fingern nicht bedienen. So bleibt mir nur meine Stimme.
Ich singe leidenschaftlich gern. Über zehn Jahre habe ich in einer christlichen Rockmusikgruppe gesungen. Nun begleite ich unsere Gitarrengruppe Fismoll stimmlich und ich singe im örtlichen Kirchenchor. Unsere Gitarrengruppe ist für mich inzwischen so etwas wie eine erweiterte Familie geworden. Sie haben mich auch schon auf einer Lesung unterstützt. Das ist schon etwas ganz Besonderes.

Du bist ja so wie ich Verlagsautorin. War es für Dich von Anfang an klar, über einen Verlag zu veröffentlichen oder wäre Selbstverlegen auch ein Weg für Dich?
Hach, nein. Ich hatte eigentlich nie vor meine Bücher zu veröffentlichen. Es war mir sogar unangenehm, dass jemand von diesem Hobby erfahren könnte.
Als meine Geschichte jedoch wuchs und wuchs, habe ich mich als Schreiberling geoutet. Ich fand es eigentlich zu schade, die Geschichte in der Schublade zu verstauen und habe einen Verlag kontaktiert. Zu meinem Erstaunen hat gleich der erste Verlag, der scholz-Verlag in Hamburg, dem ich mein Manuskript zugesandt habe, zugesagt. Deshalb war das Selbstverlegen überhaupt keine Option mehr für mich.


Was kann man noch von Dir lesen oder was wird man demnächst von Dir lesen können?
Das Buch „Schattenzeichen“ ist ja der zweite Teil einer Vampirserie. Ich hatte immer vor, meine Vampirsaga nach zwei Bänden zu beenden. Eine Trilogie wollte ich nie schreiben. Es gibt einfach schon zu viele davon. Leider sind meine Protagonisten vollkommen anderer Meinung. Unaufgefordert drängen sie sich in meinen Kopf und lassen mir keine Ruhe. Also habe ich mich entschlossen, noch einen dritten Teil zu schreiben. Ideen dazu habe ich noch genug, also lass ich meinen Protas ihren Willen. Das Projekt ist jedoch erst einmal ganz nach hinten geschoben.
Ich möchte erst noch einen anderen Roman zu Ende schreiben. Er wird ebenfalls im Bereich Fantasy angesiedelt sein, hat jedoch nicht das Geringste mit Vampiren zutun. Ein Teil der Handlung wird in Hannover spielen, der Rest steht noch nicht hundertprozentig fest. Es wird eine Parallelwelt geben, es geht um Außerirdische, Verräter, magische Zeichen und natürlich um Liebe, Freundschaft und eine ganze Portion Action. Aber ich bin ja noch am Anfang der Geschichte.

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind und Deine Bücher zu Weihnachten verschenken wollen: Bekommt man sie auch signiert bei Dir?
Selbstredend kann man die Bücher auch bei mir, sehr gerne signiert, beziehen.


Autorenseite, Blog, Facebook, Amazon, Lovelybooks o.ä.
Man findet mich auf Facebook unter facebook.com/heike.rissel.autor.
Meine webseite: www.heike.rissel.de und bei  lovelybooks http://www.lovelybooks.de/autor/Heike-Rissel/Schattenzeichen-1129103480-t/

Vielen Dank, liebe Heike, für Deine tollen Antworten. Wer noch ein vampirisches Weihnachtsgeschenk sucht, sollte hier zugreifen. Ein signiertes Taschenbuch ist doch immer noch das schönste Geschenk, oder?

Kommentare:

  1. Ein super toller Artikel. Freu mich auf die Bücher.
    Liebe Grüße Martina

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  2. Sehr schönes Portait einer sympathischen Autorin. :)

    Liebe Grüße, Claudia

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  3. Dankeschön! Ich hab Heike in Berlin persönlich kennenlernen können und kann das nur bestätigen. Sehr nette Kollegin und ihre Bücher klingen wirklich super.

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