Sonntag, 9. August 2015

Autorinnen und Familie Teil 2

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich eine Verlagskollegin ebenfalls bei mir gemeldet hat, um von ihrem Alltag als Autorin und Mutter zu erzählen. Denise Träbing findet es am wichtigsten, dass ihr Umfeld hinter ihr steht und möchte nicht für ihr Tun belächelt werden. Außerdem meldet sich auch Emily Fox zu Wort, die neben der Schreiberei gleich zwei kleine Racker auf einmal zu betreuen hat.

Denise Träbing -
Autorin und Mama
Wie viele Kinder hast Du, Denise Träbing?
Zwei

Wie alt sind sie?
4 und 7

Hast Du noch einen Brotjob neben Familie und Autorinnendasein? Wenn ja: Voll- oder Teilzeit?
Ich arbeite auf Minijob-Basis zwölf Stunden die Woche.

Schreibt Dein Partner auch oder hat ähnlich kreative und zeitfressende Hobbies?
Nein, mein Mann liest nicht mal Bücher. Er ist Wehrführer unserer freiwilligen Feuerwehr, das reicht völlig.

Wie schwer ist es, das Schreiben in Deinen Familien-Alltag zu integrieren?
Wenn ich die Wäscheberge und Staubflusen ignoriere, klappt es ganz gut. Nein, eigentlich funktioniert es wirklich nicht schlecht. Ich hätte gern mehr Zeit am Stück. Oft sind es eher kurze Abschnitte, die mir zur Verfügung stehen.

Wie viel Zeit hast Du an einem normalen Tag zum Schreiben?
An guten Tagen, wenn die Kinder lange außer Haus sind, so ca. 2-3 Stunden. An anderen Tagen bleibt mir manchmal gar keine Zeit.

Bleiben manchmal Dinge auf der Strecke, damit Du schreiben kannst? (Freunde, Haushalt, Einkaufen, Familienausflüge, etc.)
Familie und Freunde hatten bisher immer Vorrang. Ich stehe, was das Schreiben angeht, nicht unter Zeitdruck. Den Haushalt kann ich da schon eher vernachlässigen. Ich bin von Natur aus nicht so der Putzteufel. Ich lese weniger andere Bücher, seit ich schreibe, weil ich die freie Zeit dann lieber mit meiner eigenen Geschichte verbringe als mit fremden.

Wie findet es Dein Partner, dass/wenn Du schreibst? Ist er eher genervt davon oder hat er Verständnis und unterstützt Dich?
Er versteht das, wenn ich abends die Zeit am PC verbringe als neben ihm auf dem Sofa. Solange es nicht jeden Abend der Fall ist. Ein bisschen genervt ist er vielleicht, wenn ich nachts um zwei das Licht anmache, weil mir ein toller Dialog eingefallen ist und ich ihn unbedingt zu Papier bringen muss.

Meiner Erfahrung nach ist es in der heutigen Gesellschaft immer noch so, dass die Leute die Mütter bei ihren Kindern sehen und Mütter, die häufig ihren eigenen Interessen nachgehen, eher mit Naserümpfen betrachtet werden. Wie reagiert Dein Umfeld darauf, dass Du keine Fulltime-Mutti bist, die sich ausschließlich den Kindern widmet? Musst Du Dich da manchmal rechtfertigen?
Nein, eigentlich nicht. Mein Freundeskreis steht voll und ganz hinter mir und freut sich für mich. Die meisten von ihnen arbeiten und haben Hobbys, denen sie nachgehen. Meine Mutter war anfangs sehr skeptisch. Sie würde lieber sehen, dass Ordnung im Haus herrscht. Ich glaube, sie kann nicht richtig nachvollziehen, wie viel mir das Schreiben bedeutet. Aber sie ist stolz auf mich.

Die Frage nach der Wichtigkeit stellt sich nicht, wie ich finde. Würdest Du das Schreiben zu Gunsten der Familie aufgeben oder hast Du vielleicht sogar schon eine längere Pause gemacht, um Dich mehr der Familie widmen zu können?
Wenn ich merken sollte, dass die Familie zu kurz kommt, wäre ich immer bereit kürzer zu treten.  Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, ganz damit aufzuhören, aber wenn es sein müsste, ja. Es gab ein Leben vor dem Schreiben, also gibt es auch eins danach.

Was möchtest Du den Partner/innen von Autorinnen gern sagen/mit auf den Weg geben?
Ich denke, es ist wichtig, dass der Partner hinter einem steht. Es gibt nichts Schlimmeres als für sein Tun belächelt zu werden. 

Seit wann schreibst Du und wie viel hast Du schon veröffentlicht?
Angefangen habe ich in 2009. Als völliger Anfänger habe ich das Manuskript gefühlte tausend Mal überarbeitet. Mein erster Roman erscheint im November bei bookshouse. Ich kann es kaum erwarten.

Links zu Dir:
und natürlich gibt es mich auch bei facebook


Als nächste erzählt uns Emily Fox, Mutti von Zwillingen, wie sie es geschafft hat, seit der Schwangerschaft vier Bücher zu veröffentlichen:

Wie viele Kinder hast Du?
Ich habe Zwillinge, 2 Jungs.

Wie alt sind sie?
Sie sind jetzt 3 ½ und ich glaube jede Mutti stimmt mir zu, das ist ein anstrengendes Alter.

Hast Du noch einen Brotjob neben Familie und Autorinnendasein? Wenn ja: Voll- oder Teilzeit?
Ja, ich gehe Teilzeit als medizinische Schreibkraft noch Arbeiten. Vom Schreiben alleine kann ich leider noch nicht leben.

Schreibt Dein Partner auch oder hat ähnlich kreative und zeitfressende Hobbies?
Nein leider nicht, mein Mann hat auch keinerlei Interessen oder Hobbys.

Wie schwer ist es, das Schreiben in Deinen Familien-Alltag zu integrieren?
Ich finde, man muss Zeitmanagement beherrschen. Vormittags gehe ich arbeiten, danach hole ich die Kinder aus dem Kindergarten, koche zu Hause, mache den Haushalt und beschäftige die zwei Jungs noch. Es ist leider nicht immer einfach, das Schreiben zu integrieren.

Wie viel Zeit hast Du an einem normalen Tag zum Schreiben?
Das ist unterschiedlich. Aber meist so 2-3 Stunden.

Bleiben manchmal Dinge auf der Strecke, damit Du schreiben kannst? (Freunde, Haushalt, Einkaufen, Familienausflüge, etc.)
Nein, ich versuche immer alles unter einen Hut zu bekommen.

Wie findet Dein Partner es, dass/wenn Du schreibst? Ist er eher genervt davon oder hat er Verständnis und unterstützt Dich?
Meinen Mann nervt es total. Wenn es nach ihm ginge, könnte ich mit dem Schreiben aufhören. Er unterstützt mich da leider überhaupt nicht.

Meiner Erfahrung nach ist es in der heutigen Gesellschaft immer noch so, dass die Leute die Mütter bei ihren Kindern sehen und Mütter, die häufig ihren eigenen Interessen nachgehen, eher mit Naserümpfen betrachtet werden. Wie reagiert Dein Umfeld darauf, dass Du keine Fulltime-Mutti bist, die sich ausschließlich den Kindern widmet? Musst Du Dich da manchmal rechtfertigen?
Gott sei Dank nicht. Die Leute in meinem Umfeld finden es immer ganz klasse, wenn sie hören, dass ich arbeiten gehe und dann noch Bücher schreibe.

Die Frage nach der Wichtigkeit stellt sich nicht, wie ich finde. Würdest Du das Schreiben zu Gunsten der Familie aufgeben oder hast Du vielleicht sogar schon eine längere Pause gemacht, um Dich mehr der Familie widmen zu können?
Da müsste in der Familie schon ein großer Umsprung stattfinden oder irgendetwas passieren. Ich schreibe viel zu gerne, aber eine längere Pause könnte ich mir durchaus vorstellen.

Was möchtest Du den Partner/innen von Autorinnen gern sagen/mit auf den Weg geben?
Wir Autorinnen brauchen Unterstützung :) und mit einem starken Mann im Rücken wird es noch einfacher.

Seit wann schreibst Du und wie viel hast Du schon veröffentlicht?
Ich schreibe seit meiner Schwangerschaft 2011 und habe schon vier Bücher veröffentlicht. Das fünfte ist in Arbeit und kommt auch dieses Jahr noch.

Links zu Dir:
http://amdora-verlag.de

Vielen Dank, ihr Lieben, für eure Antworten! Teil 1 findet ihr übrigens hier: 
Autorinnen und Familie - Teil 1

Kommentare:

  1. Ich finde es toll, wie du über den Tellerrand schaust, Sandra. Die meisten Autoren sehen nur sich und ihr Werk im Fokus und man liest nur darüber. Bei dir gibt es hingegen interessante Hintergrundinfos! Toll! Lg, Karin

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    1. Dankeschön! Das ist ja ein ganz liebes Lob.
      Ich bin immer noch der Ansicht, dass man zusammen mehr erreicht und, ganz ehrlich, es tut mir nicht weh, auch mal über andere Autoren zu berichten. Im Gegenteil. So habe ich viele tolle Menschen näher kennengelernt und bekomme immer neue Bücher auf meine Wunschliste *grins*
      Außerdem finde ich persönlich auch nichts öder, als wenn Autoren immer nur über ihr Buch berichten.
      Liebe Grüße
      Sandra

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