Dienstag, 14. Juli 2015

Katharina von Haderer und ihre fantastische Welt

Krimi oder Fantasy? Im Bereich der Phantastik ist alles möglich. Genau das macht dieses Genre auch so reizvoll, findet Katharina von Haderer, die euch heute in ihre fantastische Welt entführen wird. Dabei plaudert sie unter anderem über den ungewöhnlichen Namen ihrer Katze und über "Schmafu" ...







Buchtitel
Das Herz im Glas

Genre/Zielgruppe
Fantasy-Thriller / m/w 16+

Eigene kurze Vorstellung
Für mich ist „Das Herz im Glas“ ein Krimi, der in der abseitsliegenden Festungsstadt Terra Talioni spielt – ein raues Pflaster inmitten der Berge, das vom hohen Adel regiert wird. Die Protagonisten sind Reisende, aber stammen auch von einem alten, adligen Stammbaum ab. Daher ist es ihnen möglich, alle Gesellschaftsschichten zu durchwandern, um das Rätsel rund um das menschliche Herz zu lösen. Doch Terra Talioni ist unbarmherzig … und wer einmal die dunklen Gassen durchwandert hat, den gibt diese Stadt nicht mehr so rasch frei.

Was ist das Besondere an Deinem Buch? Warum sollten die Leser gerade Dein Buch kaufen?
Mein Ziel ist es, vielschichtige Charaktere zu schaffen sowie eine intelligente Handlung, die immer wieder überrascht. Weg vom Alltäglichen, hin zum Besonderen. Ich möchte meine LeserInnen überraschen und hoffe, dass das auch gelingt.

Magst Du uns ein bisschen mehr über Dich erzählen?
Ich bin 1988 geboren und lebe in Bad Vöslau / Österreich. Ich habe einen Abschluss in Germanistik und arbeite derzeit im Theater. Meine Leidenschaft gehört dem Schreiben. Ich habe damit in der Volksschule begonnen, damals noch auf der Schreibmaschine (wir hatten limitierte Computerzeiten), und trotz Rechtschreibschwäche nicht damit aufgehört.

Wie bist Du auf den ungewöhnlichen Namen Deiner Katze gekommen? Hat der eine besondere Bewandtnis?
*lach* Ich habe meine Katze Agathe aus dem Tierheim. Dort setzte ich einen Schritt durch die Tür – und da sprang sie zum Käfigrand und miaute mich an. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie ist eine Lady, wie jeder bezeugen wird, der sie kennt. In Österreich haben wir ein Sprichwort, das heißt: „Wie das Herrl, so das Gscherrl.“ Das heißt, so wie der Besitzer ist auch das Haustier. Ich wollte für sie einen ladyhaften Namen – und habe mich für Agathe entschieden. (Vorher hieß sie Billy, das ging wirklich gar nicht.) Sie ist wirklich klug, kann z.B. Dinge apportieren.

Warum schreibst Du Fantasy? Und nicht Thriller oder Liebesromane?
Ich finde, Fantasy kann alle Genres in sich vereinen. Z.B. ist „Das Herz im Glas“ eher ein Krimi im mittelalterlichen Setting, „Die versunkene Stadt“ besitzt Action-, Steampunk- und Thrillerelemente. Liebeselemente gibt es auch, allerdings reduziert. Ich mag es nicht, wenn gerade das Überleben der gesamten Menschheit am Spiel steht und alle kümmern sich bloß um schmalzigen Schmafu (auch ein ostösterreichischer Ausdruck! Und ein sehr guter, wie ich finde.).
Ich liebe Fantasy – weil es weitere Handlungsmöglichkeiten bietet. Der fantastische Aspekt ist beim „Herz im Glas“ ein wesentlicher Bestandteil zur Lösung des Kriminalstranges. Außerdem liebe ich es, dass Charaktere durch Magie nicht immer das sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Wie schwierig oder aufwendig war es, eine komplett neue Welt zu erschaffen? Wie bist Du z.B. bei der Namensfindung vorgegangen? Ich persönlich tu mich immer sehr schwer damit, mir Namen auszudenken, bei denen man sich nicht die Zunge bricht.
Ich habe damit angefangen, als ich mein erstes wirklich langes Buch geschrieben. Bis ich „Das Herz im Glas“ veröffentlicht habe, hatte ich schon 3 Bücher in dem Universum geschrieben und es wächst beständig. Es ist wie mit der richtigen Erde – ich kann nicht in jedem Buch erklären, wie das gesamte Universum funktioniert. Jedes Buch ist ein Splitter, zeigt einen Teilaspekt der Welt, quasi eine Spiegelscherbe, die die Historie, Gesellschaft, den Glauben etc. der jeweiligen Zeit reflektiert. Wenn man sich darauf einlässt, kann das wundervoll sein, denn man kann diese Welt mit mir Stück für Stück entdecken. Meine LeserInnen kommen immer wieder voll Freude auf mich zu, wenn sie Referenzen zwischen den Büchern entdecken. Es macht mir Spaß, sie zu schreiben, und ihnen, sie zu finden.
Bei den Namen verwende ich eine Mischung aus lateinischen und (alt)griechischen Begriffen, Fantasienamen und Begriffe aus anderen Sprachen.

Auf Deiner Seite habe ich gesehen, dass Du sogar Karten von Deiner Welt gezeichnet hast. Die sind total toll und erinnern mich sehr stark an „Das Schwarze Auge“ und Co. Kommst Du aus dem Rollenspiel/Tabletop-Bereich?
Ich spiele mittlerweile DSA, aber habe das erst viel später für mich entdeckt! Ein Freund von mir meinte: „Ich kenne deine Bücher, das könnte dir auch gefallen!“ Mittlerweile spielen wir seit 2 Jahren. Es macht mir natürlich großen Spaß. Manchmal habe ich genauso irre Ideen wie in meinen Büchern. Das macht es meinen Mitspielern nicht immer leicht!

Hast Du eine Lieblingsstelle in Deinem Buch?
Meine Lieblingsstelle ist eigentlich der Epilog, aber den möchte ich hier nicht zitieren. Eine meiner Lieblingsfiguren ist Modhi. Ich liebe spitzzüngige Charaktere, es macht einfach Spaß, sie zu schreiben. Außerdem liebe ich Dialoge. Da passt vielleicht ein kurzes Zitat.
Verwunderung spielte sich in ihrem Gesicht. „Woher wollt Ihr das wissen?“„Ich besitze so meine Quellen.“„Wenn Ihr Quellen besitzt, warum müsst Ihr dann mich belästigen?“Caedes stieß ein dumpfes Lachen aus. „Mh, du bist hübscher als meine anderen Quellen, dich zu treffen macht größeren Spaß.“Ein flacher Blick. „Ich bitte Euch, macht Euch nicht lächerlich.“
Du hast Deine Bücher selbst verlegt. Warum? Wo siehst Du Vor- wo Nachteile zur Veröffentlichung über einen Verlag?
Es gab verschiedene Gründe. Ein wesentlicher Grund war, dass ich die Rechte an meinem Universum nicht verlieren wollte. Tatsächlich habe ich andere Bücher an einen Verlag geschickt, aber nie das „Herz im Glas“. Es war mir von Beginn an klar, dass ich es selbst verlege.  Der Vorteil ist – ich habe die absolute Kontrolle. Über alles. Der Nachteil liegt ebenfalls darin: Ich bin für alles selbst verantwortlich. Man zahlt den eigenen Lektor, du brauchst ein Korrektorat, du vermarktest selbst, du stehst allein, wenn Feedback kommt. Das kann zehrend sein. Manchmal wünsche ich mir mehr Unterstützung.

Wie wird es mit Dir schriftstellerisch weitergehen?
Beim Selfpublishing liegt ein gewaltiger Druck auf der Einzelperson Autor, außerdem ist es in unserer Zeit usus, möglichst rasch ein Buch nachzuwerfen. Ich versuche natürlich, mich da durchzukämpfen. Eines ist klar! Ich gebe nicht auf. Aber es ist ein schwieriges Business.

Zum Abschluss ein paar Quickies:
Cola oder Bier?
Cola, bin allergisch gegen Bier.
Schokolade oder Gummibärchen?
Schokolade.
Zelten oder 5-Sterne-Hotel?
Hm, hat beides seine Vor- und Nachteile. Als Pfadfinderin eher Zelten.
Hund oder Katze?
Katze.
Wolverine oder Dracula?
Wolverine.

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Vielen Dank, liebe Katharina, und weiterhin noch ganz viel Erfolg! Katharina und ich haben übrigens die gleiche Lieblings-Reihe, Stadt der Finsternis mit Kate Daniels. Genau deshalb war ich auch neugierig, mehr über sie und ihre Bücher zu erfahren.

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