Mittwoch, 8. Juli 2015

Auswertung Leserumfrage "Buchmarketing" Teil 1

Vor einigen Wochen habe ich auf verschiedenen Portalen eine Leserumfrage zum Thema Buchmarketing gestellt und möchte euch heute die Ergebnisse meiner Auswertung präsentieren. Gestellt habe ich die Umfrage auf meinem Blog und darüber auch auf Google+, auf Facebook (im Profil und diversen Buchgruppen) und auf lovelybooks.

Insgesamt habe ich 43 Rückmeldungen bekommen. Erstaunlicherweise kamen gerade auf lovelybooks die meisten und ausführlicheren Antworten.

Statistische Daten wie Alter, Bildungsstand, Geschlecht, usw. habe ich nicht erhoben. Mir ging es lediglich um die Stimmung unter den Lesern. Der Großteil der Befragten kannte mich und meine Bücher nicht und ist demnach ganz unvoreingenommen an meine Fragen herangegangen.

Das waren die Fragen:


1. Wenn Du Dich auf meinen Blog verirrt hast, kennst Du mein Buch ja vielleicht schon. Wie bist Du darauf/auf mich aufmerksam geworden?
2. Wenn nicht: Was könnte ich tun, um Deine Aufmerksamkeit zu erregen und hoffentlich auf meine Bücher zu lenken? Was würde Dich eher verschrecken
3. Was erwartest Du von einem Buch?
4. Was erwartest Du von einem Autor in Bezug auf Buchmarketing?
5. Wenn ich mal an Facebook und Co denke, die häufig von Buchwerbung förmlich überschwemmt werden: Wie kann man als Autorin die Social Networks besser nutzen? Was würde Dir persönlich gefallen? Was findest Du ganz schrecklich/nervig?
6. Sind Dir schon einmal Aktionen von Autoren nachhaltig im Gedächtnis geblieben, weil sie so toll waren? Wenn ja, warum?

1-3 waren für mich persönlich wichtig und habe ich oben bereits zusammengefasst.

Kommen wir zu den anderen Fragen, die ich in der Auswertung etwas anders aufgesplittet habe.

Was erwarten Leser von einem Autor in Bezug auf Buchmarketing?
Vielen Autoren fällt es schwer, für ihr Buch zu „werben“. Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, warum das so ist, da ich wohl eine andere Einstellung zu der ganzen Sache habe. Ich sehe mich nicht nur als Autorin, sondern auch als Geschäftsfrau. Das wird man zwangsläufig, sobald man ein Buch veröffentlicht. Wenn man "einfach nur schreiben" will, dann sollte man sich vorher überlegen, ob man nicht auf eine Veröffentlichung verzichtet, oder sich an eine Werbeagentur wenden. Denn ohne "Eigenwerbung" geht es nicht - und heutzutage wird es einem Dank des Internets doch so leicht gemacht! Die Werkzeuge liegen quasi vor uns, wir müssen sie nur zu nutzen wissen.
Ich sehe es so, dass ich etwas geschaffen habe, wovon ich überzeugt und begeistert bin - und den Leuten das deshalb guten Gewissens empfehlen kann. Und: wenn ich nicht darüber rede - wer dann?
Die Leserschaft hat ebenfalls kein Problem damit, dass Autoren für ihre Bücher werben. Vielen ist klar, dass auch Autoren auf ihr „Produkt“ aufmerksam machen müssen, und dass Verlage das nur bedingt leisten können. Dennoch erwartet der Leser z. B. Content außerhalb des beworbenen Buches. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Später berichte ich mehr darüber.
Als Autor sollte man außerdem offen für Kritik sein und sich selbst mehr in den Vordergrund rücken.

Was mag der Leser nicht?
Da waren sich alle Befragten einig: Wiederholungsposts! Immer die gleiche Werbung, der gleiche Text in zig Gruppen einfallslos und aufdringlich präsentiert, das mögen die Leser gar nicht. Viele Leser fühlen sich durch wiederholtes Werben eher abgestoßen und würden das Buch genau aus dem Grund nicht kaufen, selbst wenn es sie interessiert!
Ganz klar gefolgt von dreisten, allzu aufdringlichen Autoren. Auch das Werben für eine Leserunde, Blogtour etc. über persönliche Nachrichten wurde sehr unterschiedlich aufgefasst. Manche stört es nicht, andere hingegen fühlen sich dadurch stark belästigt. Da sollte man als Autor unbedingt mit Fingerspitzengefühl herangehen. 
Auch mögen sie es nicht, da waren sich die meisten einig, wenn Autoren ausschließlich über ihr Buch berichten. 
Andere Autoren schlecht machen, wird ebenfalls nicht gern gesehen. Ich war erstaunt, dass das überhaupt erwähnt wurde, da das für mich ein absolutes No-go ist. Wir Autoren sind natürlich alles zarte, empfindsame Seelchen, aber in Bezug auf Buchmarketing sind wir ebenfalls Geschäftsleute. Dass Kollegen sich untereinander schlecht machen, ist für mich unprofessionell und hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.

Ansonsten muss ich sagen, dass die meisten Befragten sehr gelassen und wohlwollend auf Autorenwerbung reagieren und man schon einiges und vor allem wiederholt falsch machen muss, um negativ aufzufallen. Den meisten ist klar, dass wir Autoren Schreiberlinge sind und keine Marketingexperten.

Dennoch haben die Befragten viele Tipps geliefert, wie man es besser machen kann und welche Aktionen positiv im Gedächtnis bleiben. 
Über diese Tipps berichte ich im zweiten Teil meiner Auswertung zur Leserumfrage, wenn ich mich mit der Frage befasse: Was kann jeder Autor tun, um die Social Networks besser zu nutzen, und welche Aktionen kommen bei den Lesern gut an?

Hast Du noch Fragen oder Anmerkungen hierzu? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar! Ich freu mich.

Deine Sandra

Kommentare:

  1. Ein sehr interessanter Beitrag. Du legst dich wirklich ins Zeug :-)

    Viele Grüße
    Laurence

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  2. Autorenwerbung gehört nun mal dazu. Wenn Ihr Euch nicht zu Wort meldet, wissen wir doch gar nix von Euren tollen Werken. Nur nicht zu oft, dass wirkt dann aufdringlich.

    Liebe Grüße - Lenchen

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  3. Dankeschön! Ja, das seh ich auch so. Wenn wir nicht drüber reden, wer dann? ;) Das Mittelmaß zu finden, ist da, denke ich, das schwierigste, weshalb viele Autoren verunsichert sind und es dann gleich sein lassen. Was schade ist. So bleiben viele tolle Bücher unentdeckt ...

    Viele Grüße
    Sandra

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  4. Marketing ist Teil des Autorenlebens, das "Wie" ist halt die Frage - Menschen, die nur "Kauf mein Zeug!" schreiben, mag niemand ;)

    Ich find arg, dass "andere Autoren nicht schlecht machen" tatsächlich extra erwähnt werden muss - erinnert mich an die Grabenkämpfe in den Amazon-Bewertungen: Ich versteh so etwas überhaupt nicht.

    Tolle Umfrage! Ein dickes Danke, dass du die Ergebnisse mit uns teilst :)

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    1. Dankescchön für Deine Antwort!
      Genau, das Wie ist der Knackpunkt. Als Neuling steht man ziemlich ratlos davor, finde ich, und auch unsicher. Ich hab glücklicherweise in meiner 10jährigen Selbstständigkeit mit meiner historischen Schneiderei schon einiges ausprobiert und bin jetzt sehr gut mit anderen Autoren vernetzt. Dieser Austausch - auch über Fehltritte - ist goldwert.
      Nächste Woche gibt es aber auch noch ein paar schöne Tipps von den Lesern.

      Was das Übereinander-Herziehen angeht, stimme ich Dir zu. Da war ich ebenso überrascht, dass das genannt wurde - und hab es auch genau aus dem Grund mit aufgenommen. Ich hab bisher (Klopf auf Holzu) nur nettes Miteinander erlebt, aber offenbar gibt es überall "schwarze Schafe".

      Viele Grüße
      Sandra

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