Freitag, 7. Februar 2014

Schreibblockade - oder warum geht es nicht weiter?

Vor ein, zwei Wochen habe ich mit meinem neuen Projekt begonnen, das bereits wochenlang in meinem Kopf vor sich hingereift war. Mir kam die zündende Idee, und ich hab mich frisch ans Werk gemacht. Doch gerade, als die Geschichte richtig in Gange ist, komm ich nicht weiter. Mein erster Gedanke: "Oh, Gott, nun hat sie mich auch erwischt: die von allen Autoren gefürchtete Schreibblockade!" 

Da hilft nur, Ruhe bewahren, wie ich aus leidlicher Erfahrung weiß.  


Um mich nicht zusätzlich unter Druck zu setzen, hab ich die Geschichte erst einmal ein paar Tage ruhen lassen. Dann habe ich alles nochmal durchgelesen. Nur um festzustellen, dass ich glücklicherweise an keiner Blockade litt, sondern der Plot, die Geschichte an sich, nicht ganz "rund" war. 

Den Plot, also den groben Handlungstrang, zu entwickeln, macht Spaß, ist aber auch Arbeit. Und hin und wieder neige ich da ein wenig zur Bequemlichkeit und denke mir bei manchen Details "Ach, das kannst du auch später noch klären". 
Genau das war es auch dieses Mal. 
Ich hatte eine Begebenheit in der Vergangenheit meiner Hauptfigur anfangs nur angedeutet, weil ich in dem Moment wohl keine Lust hatte, mir intensivere Gedanken darüber zu machen. Doch genau diese aufgeschobene Detailarbeit hatte mir nun beinahe die gesamte Geschichte vermiest. Denn irgendetwas störte mich unbewusst so immens, dass ich gar nicht mehr weiterschreiben mochte. 

Bis ich mir nun diese Begebenheit noch einmal vorgenommen und sie bis ins kleinste Detail ausgearbeitet habe, damit die Geschichte wieder schlüssig ist. Ob ich all die kleinen Details dazu später auch wirklich erzählen muss, spielt im Grunde keine Rolle. Dennoch war es wichtig, sie auszuarbeiten. Denn nur so kann ich mich in meine Figuren hineinversetzen und sie authentisch agieren lassen. 

Außerdem bemerkt der aufmerksame Leser, wenn der Autor beim Ploterstellen faul war. Oder? 
Ist euch das nicht vielleicht auch schon einmal passiert, dass ihr ein Buch gelesen habt und das Gefühl hattet, dass irgendetwas fehlt? 
Oder bemerkt habt, dass ein "roter Faden" gar nicht zu Ende gesponnen wurde? 
Oder Dinge, die anfangs erwähnt wurden und wichtig erschienen, einfach unter den Tisch gefallen sind? 

Das kann natürlich mal passieren, manchmal ist es auch Absicht, gerade, wenn es sich um eine Reihe oder einen Mehrteiler handelt. Dennoch kann es störend sein. 
Für den Leser UND, wie ich ja nun feststellen musste, auch für den Autor. 


Nun bin ich wieder zufrieden mit meiner Geschichte und freue mich darauf, an ihr weiter zu arbeiten. 
Hätt ich das bloss schon vorher schon alles erledigt ... ;)

1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Sandra,
    heute habe ich mich mal auf deinen Blog verirrt und irgendwie hat mir es nun dieser Artikel angetan. :)
    Ich schreibe Hobbymäßig ab und zu, doch sind es nur Geschichten die ich nicht als Buchwürdig bezeichnen würde. Doch verstehe ich es, wenn man eine Schreibblockade hat oder mal etwas die Luft raus ist. Ich schreibe daher nur, wenn ich wirklich das Gefühl habe was Gutes zustande zu bringen oder generell die Zeit habe. Ich glaube das ist der Vorteil, wenn man seine Geschichten "nur" online kostenlos anbietet.
    Jetzt mal zu den Fragen die du genau richtig stellt. Ich habe bei einigen Autoren das Gefühl, das hier und dort was fehlt, irgendetwas und sei es noch so klein. Aber unterscheide ich hier auch Autoren. Ist es ein Autor der in einer starken Erzählerstimme schreibt und den Leser lange in Unwissenheit wiegt etwas komplett anderes, als wenn vieles sofort offen gelegt werden. Ich vergleiche alles immer mit Stephen King... er schreibt manchmal in einer Erzählerstimme und gibt dir die Informationen und manchmal so viele Informationen wo man sich fragt, was soll das? Das hatte ich in seinem Fantasyroman "Das Auge des Drachen", doch dann kam die große Explosion zum Schluss und endlich wurde mir alles klar. Das Warum und Wieso war gelüftet. So schreibt er aber in anderen Büchern eher so hinten rum. Man frisst ihn sogesehen, dann aus der Hand. Das hatte ich bei seinem Roman "Die Arena".
    Ich verstehe was du meinst, aber ich wollte es mal erwähnen. :)
    Früher wo ich mich jeden Tag dazu durchring etwas zu schreiben, habe ich nun das Gefühl, wenn ich diese Dinge lese, dass etwas fehlt, dass es nicht so gut ist wie es hätte sein können. Es fehlen Aspekte die hätte geklärt werden müssen. Vielleicht liegt es nun daran, dass ich zu manchen Geschichten nun 6 Jahre älter bin, aber es zählt das Prinzip. :D
    Ich hoffe das war verständlich.

    LG Nyo (von lovelybooks) :)

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