Mittwoch, 12. Juni 2013

Die Dämonen, die ich rief

oder: manche Dinge bleiben lieber unausgesprochen


Es ist doch erstaunlich ... Ich denke, viele Eltern werden mir bei den folgenden Worten zustimmen. Plötzlich hat man eine Phase erwischt, in der die lieben Kleinen endlich hören oder super einschlafen oder ganz toll alleine spielen können. Und kaum hat man es in seiner unbedarfen Freude und Erleichterung laut ausgesprochen, einfach, weil man sein unerwartetes Glück mit anderen, lieben Menschen oder stressgeplagten Leidensgenossen, teilen möchte. Und - zack! - alles ist wieder beim Alten; Terror, schlaflose Nächte und andauerndes Genörgel! Die schöne Phase ist so schnell vorbei, dass man nur völlig entsetzt dastehen und auf das starren kann, was man ausgelöst hat.

Ich leide, seit ich denken kann, an extremem Heuschnupfen und das jedes Jahr aufs Neue mit dem ersten grünen bis zum letzten braunen Blatt. Doch dieses Jahr, dem langen Winter sei Dank, bin ich - bis jetzt - verschont geblieben. Doch kaum hatte ich gewagt, es laut auszusprechen, fiel die Allergie wie ein nächtlicher Besatzer mit übelsten Hintergedanken über mich her, bereitete mir eine schlaflose Nacht voller Naseschnäuzen, geschwollene Augen und eine so tiefgehende Erschöpfung, dass ich heute am liebsten den ganzen Tag schlafen würde. Was ich aus unterschiedlichen Gründen nicht kann, vor allem aber auch, weil meine Nase viel zu verstopft ist, und ich doch alle fünf Minuten wieder wach würde.

Wer oder was auch immer - Schicksal, Vorsehung, Charma, Kismet - diese erleichterten Ausrufe unterschiedlichster Art aufspürt, ist auf jeden Fall besser ausgerüstet als das CIA und FBI zusammen - und sogar noch verhasster. 

Das nächste Mal denke ich an die alten Binsenweisheiten "Mal den Teufel nicht an die Wand" und andere, halte lieber meinen Mund und freue mich ganz still und leise für mich alleine. *hatschi*

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